Vietti hat eine Parzelle ganz oben in der Lage Brunate. Der Wind sorgt hier für ein deutlich kühleres Mikroklima als im Rest der recht warmen Lage, was ein Vorteil ist für die wärmeren Jahre. Brunate ist fast immer die erste Parzelle, die austreibt, und sie wird auch eine Woche früher gelesen als der Ravera. Die Rebzeilen in der Mitte der Parzellen werden früher gelesen und gehen häufig direkt in den Barolo Castiglione, nur die Zeilen ganz oben gehen in diesen Wein. Die Böden sind hier sehr kalkhaltig mit einem hohen Anteil an Muschelkalk. Vollständig entrappt, dann folgt circa 48 Stunden Kaltmazeration. Zu Beginn der Gärung wird der Saft täglich übergepumpt und dann 3-4 Wochen mit dem traditionell untergetauchten Trester weiter ausgebaut. Es folgt eine Zeit im gebrauchten Barrique bis nach der Malo im Februar, dann zieht der Wein für 2.5 Jahre in große Holz-Botti um. Mittleres, leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist intensiv und beinahe verschwenderisch opulent. Dichte, rote Kirsche, Pfirsich, gelbe exotische Aromen und ätherische Kräuter. Schon die Nase verspricht hedonistische Saftigkeit, sie ist zum Reinspringen schön. So intensiv und so dicht. Hier stimmt auch im Mund alles. Die vielen fein polierten Tannine sind reif und rund und in hedonistische, saftige Kirschfrucht mit Milchschokolade getaucht . So verführerisch und einfach nur schön. Im Mund tänzeln gelbe Blüten und Pfirsich Aromen über die Zunge. Im minutenlangen Nachklang kommt weißer Pfeffer und grüner Tabak hindurch. Ob seiner fantastischen Balance wird dieser Brunate vor den anderen Cru Lagen trinkbar und ist gemeinsam mit dem Monvigliero und Rocche di Castiglione ist er dieses Jahr mein Lieblingswein des Weinguts. 99-100/100