Vietti: Barbera d'Asti La Crena 2022

Vietti: Barbera d'Asti La Crena 2022

BIO

Zum Winzer

Barbera 100%
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2035
seidig & aromatisch
fruchtbetont
strukturiert
Lobenberg: 94–95/100
Parker: 94/100
Galloni: 94/100
Jeb Dunnuck: 94/100
Falstaff: 93/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barbera d'Asti La Crena 2022

94–95
/100

Die Barbera »La Crena« ist die am längsten im Fass verweilende Barbera im Hause Vietti. Auch wenn die Barbera d’Alba »Scarrone Vigna Vecchia« für mich häufig der mindestens gleichwertige, manchmal sogar größere Wein ist, bekommt nur der vom Weingut höher eingeschätzte »La Crena« fast genauso lange Fass- und Flaschenlagerung wie die Top-Nebbiolo! Das bedeutet, dass der 2022er erst Ende 2024 auf den Markt kommt. La Crena besteht aus uralten Reben, die 1932 mitten im Herzstück der Lage gepflanzt wurden. Nur zwei kleine Parzellen der insgesamt 3,5 Hektar großen Lage gehen final in diesen Wein. Für eine Barbera d’Asti ist La Crena immer erstaunlich schlank. Die Gärung erfolgt im Stahltank, dann zieht der Wein um ins Barrique, 20 Prozent davon neu, wo auch die Malo stattfindet. Leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Violett. Die Nase ist finessenreich, duftig und verspielt. Süße Kirsche in Kombination mit roten und blauen Blüten waben vielschichtig aus dem Glas. Hier haben wir im Vergleich zum druckvoll schiebenden Vecchia Scarrone sooo viel aromatische Feinheit und Finesse im Glas! Im Mund ist diese Barbera rotfruchtig, dicht und konzentriert. Sauerkirschen, rote Johannisbeeren, aber auch Brombeeren und Blaubeeren – im Vergleich zum Scarrone hat der La Crena auch auf der Zunge nochmal mehr Frische und Präzision. Hibiskusblüten, Cassis und perfekt reife schwarze Kirsche mit den zart würzigen Aromen vom gekonnten Holzeinsatz. Alle Fruchtaromen sind reif, aber nichts ist überreif, sondern genau auf den Punkt gebracht – 2022 ist ein perfekter Jahrgang für Barbera, denn die Rebsorte liebt warme, trockene Sommer. Dieser La Crena ist ein wunderbar zarter, harmonischer und verspielter Wein voller Präzision und verlockender Aromatik. Eine beinahe schwerelose Barbera mit feinen, sandigen Tanninen. Die spannungsgeladene, frische Frucht vibriert und vibriert minutenlang im Mund. Wirklich fabelhaft schöner Trinkspaß!

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

94
/100

Parker über: Barbera d'Asti La Crena

This vineyard site has grown from the six original hectares of vines to 10 hectares today thanks to the recent acquisition of a neighboring parcel. With full southern exposures, the vines were planted in three installments, with the oldest planted in 1932.” The Vietti 2022 Barbera d'Asti La Crena offers earthy notes, dark fruit, bitter chocolate and spicy notes that are typical of the Asti area. The Alba area tends to be produce more sweet fruit-driven wines, whereas this wine is savory and root-driven. The vines are planted in loose, sandy soils with little water retention. Because the plants suffer more, you get more structural heft and darkness as a result. It works for me.,,

94
/100

Galloni über: Barbera d'Asti La Crena

The 2022 Barbera d'Asti La Crena is a heady, opulent wine. White truffle, chocolate, menthol, licorice, plum, blackberry and incense give the 2022 an exotic quality that is impossible to miss. Soft, succulent tannins wrap it all together. This is beautifully pushed to the maximum.,,,

94
/100

Jeb Dunnuck über: Barbera d'Asti La Crena

The 2022 Barbera D'Asti La Crena is a dark red/purple-toned color and offers more dark fruit and more intensity on the nose, leaping from the glass with floral and fruity notes of blueberries, black plum, and candied purple flowers. Full-bodied, it expands on the palate, though here again it has impressive freshness and underlying acidity. The structure is well-balanced with ripe tannins and ripe acidity. Though they worked to pick very early, the wines are ripe without being heavy and don’t have greenness of acidity. Drink 2025-2037.,,

93
/100

Falstaff über: Barbera d'Asti La Crena

Leuchtendes Rubin mit feinem Violettschimmer. Eröffnet mit Noten nach Zigarrenkiste, dann viel Zwetschge, etwas Rauch im Hintergrund. Feinmaschiges Tannin in vielen Schichten prägt den Gaumen, saftige Kirsche und Zwetschge, im Finale griffig.

Mein Winzer

Vietti

Die Familie Vietti erzeugt Wein seit vier Generationen in Castglione Falletto im Herzen des Anbaugebiets Barolo. Seit 1957 war der 2012 verstorbene Alfredo Currado für den Ausbau der Weine verantwortlich, schon 1961 begann er die großen Lagen separat zu vinifizieren. Vietti war es vorbehalten, den...

Barbera d'Asti La Crena 2022