Michel Tardieu - Gigondas und Rasteau

Vacqueyras Vieilles Vignes 2020

BIO

voluminös & kräftig
pikant & würzig
96–97
100
2
Grenache 60%, Mourvedre 35%, Syrah 5%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2050
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 96–97/100
6
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Vacqueyras Vieilles Vignes 2020

96–97
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Im Süden hatten die Reben deutlich mehr mit Trockenstress zu kämpfen, weil hier im Sommer nur wenige Millimeter Regen fielen. Aber besonders die Reben auf Lehmböden und die alten, tiefwurzelnden Rebstöcke, konnten das Ganze gut wegstecken. Probleme gab es erst während der Lese, weil es um den 20. September relativ starke Regenfälle zwischen 40 und 60 Millimetern pro Quadratmeter gab. So kann man durchaus unterscheiden zwischen Weinen, die vor dem Regen gelesen wurden und jenen, die erst danach den Weg in die Keller fanden. An der Südrhône erinnert 2020 sehr an 2018. Wir haben eine sehr saftige und reiche Frucht, aber nicht dieses extrem Fette, ja fast Dramatische, aus 2019. Im Süden ist es – anders als an der Nordrhône – eher kein klassischer, sondern ein saftiger, fruchtstarker Jahrgang wie 2018, der auch schon ziemlich perfekt gelungen war. In Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Der Vacqueyras kommt von vier verschiedenen Plots: Plateau de Sarrians, la Ponche, les Pendants und Cabassole. 70 Prozent Grenache, 20 Prozent Mourvèdre und zehn Prozent Syrah. Die Grenache-Reben sind über 60 Jahre alt, die Syrah und Mourvèdre über 40 Jahre. Der Wein hat 14,5 Volumenprozent Alkohol. Die Hälfte der Trauben wird nicht entrappt. Das Ganze wird spontan im Betonfuder vergoren. Danach erfolgt der Ausbau für zehn Monate in Barriques mit Zweit- und Drittbelegung. Anschließend wird der Wein für weitere zehn Monate in Fuder von Stockinger gelegt. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die authentischen Burgunderflaschen gefüllt werden. Ab dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält. Zwei der vier Plots in Vacqueyras haben sandige Böden. Das ist aber reine Absicht, denn das gibt extrem elegante Weine. Der Trockenstress war an der Rhône auch längst nicht so extrem wie in Bordeaux. Die Böden der beiden anderen Plots bestehen aus Lehm und etwas Kies. Der Vacqueyras ist deutlich intensiver und süßer in der Nase als der Rasteau. Rumtopf, süße Lakritze und satte Veilchenmassen. Dahinter ein Hauch Sanddorn. Hochintensiv und komplex. Der Wein ist ein bisschen von den Rappen berührt. Er kommt etwas rustikaler rüber als der Rasteau, der nur zu einem Drittel unentrappt ist. Die Rappen geben dem Vacqueyras ein bisschen krautwürzige Elemente, was aber hervorragend in diese reiche schwarze Frucht passt, die nicht so fett wie 2019 rüberkommt, sondern fein und elegant. Im Mund ist der Wein sehr komplex. Durch diesen hohen Rappenanteil ist das Ganze enorm vielschichtig. Auf der einen Seite haben wir diese reife, reiche, schwarze Frucht, mit Rumtopf und Backpflaume. Auf der anderen Seite kommt diese Mineralität aus den Lehmböden und dazu diese Rappenwürze. Große Länge, sehr schick verwoben. Insgesamt ist der Vacqueyras im Vergleich zum Rasteau sicherlich der etwas größere und massivere Wein. Dafür ist der Rasteau feiner. Das Terroir in Vacqueyras hat nicht ganz die Klasse wie in Rasteau und in Gigondas, zu sandig, deshalb sehr fein, aber vielleicht etwas Trockenstress. 96-97/100

Mein Winzer

Michel Tardieu – Gigondas und Rasteau

Michel Tardieu, anerkannt einer der besten Weinmacher Frankreichs (hier mit dem einzigen Weingut als abfüllender Negociant), erhielt 2013 vom französischen Weinpapst Michel Betanne die Höchstbewertung von 5 Sternen. Diese Bewertung erhielten nur ganze drei Weingüter in Frankreich.