Tinta Carvalha

Fitapreta

Tinta Carvalha 2019

saftig
pikant & würzig
strukturiert
96–98+
100
2
Tinta Carvalha 100%
5
rot
12,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2039
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96–98+/100
6
Portugal, Alentejo
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Tinta Carvalha 2019

96–98+
/100

Lobenberg: Der Wein wächst in einer uralten Weinlage am Fuß des Berges Serra d’Ossa. An dieser Stelle wurde auf Grund der optimalen Begebenheiten von hier eremitisch lebenden Mönchen bereits seit vielen Jahrhunderten ununterbrochen Weinbau betrieben. Funde von phönizischen Amphoren an diesem sehr speziellen Ort belegen aber eine noch sehr viel weiter zurückreichende Weinbaugeschichte dieser Lage, wahrscheinlich bis 800 vor Christus. Winzer Antonio Macanita betont wie sehr man die Magie dieses Ortes spürt, wenn man im Weinberg steht. Tinta Carvalha, eng verwandt mit Castelao und Moreto, ist eine ehemals weit verbreitete Rebsorte, die heute nur noch von wenigen wie Macanita rekultiviert und erhalten wird. Die Reben sind etwa 50 Jahre alt und stehen auf Granitböden. Der Wein wird ausschließlich mit wilden Hefen spontan vergoren. Schon der Anblick verrät, dass wir hier keinen dicken, dunklen und konzentrierten Wein im Glas haben, sondern einen eher filigranen Wein in transparentem Kirschrot, und genauso riecht der Wein auch. Die Nase ist der pure Himbeersaft, dazu Kirsche nebst Granatapfel, traumhaft rotfruchtig-verspielt. Viel schwarzer Pfeffer, etwas Eukalyptus und zerriebener Stein geben auch eine deutlich würzige und ätherische Note hinzu. Satte Cranberry. Auch im Mund ist die Tinta Carvalha der pure, ungeschminkte Saft aus Himbeere und Kirsche in Salz gewendet. Wieder Cranberry und Berberitzen. So fein, so verspielt, so tänzelnd. Ein Wein der auf ganz leichten Füßen daher kommt, aber dennoch so viel Fruchtintensität hat. Kaum spürbare, hauchzarte Tannine, dafür eine famose Säurefrische wie ein frischer Granatapfel und ein salzbeladener mineralischer Kern von den Granitböden. Eine Mischung aus Poulsard aus dem Jura, leichter Mencia aus Galizien und Pinot Noir, auch eine Assoziation an mallorcinische Callet und Loire Cab. Franc, scheinbar auch teilweise Ganztraubenvergärung. Faszinierend, dass aus dem durchaus heißen Inland des Alentejo so ein saftiger, zarter und feiner Rotwein entstehen kann. Aber dieses unglaubliche, uralte Terroir und das große Talent von Antonio Macanita machen es möglich, dass selbst hier solch ein Cool Climate Charakter zum Ausdruck kommen kann. Das ist ganz weit weg von den großen Kraftmeiern, die es im Alentejo durchaus auch gibt. Was für eine zarte Schönheit. 96-98+/100

Mein Winzer

Fitapreta

Antonio Macanita ist ein noch nicht einmal 40 Jahre altes, vinophiles Multitalent, und er ist auf dem besten Wege der renommierteste Winemaker Portugals zu werden.

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