Rudolf Fürst

Spätburgunder Bürgstadter trocken 2019

seidig & aromatisch
strukturiert
93+
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot
13,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2036
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 93+/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Bürgstadter trocken 2019

93+
/100

Lobenberg: Der Bürgstadter Berg zieht sich ins Erftal hinein, was ein kühleres Seitental des Maintals ist. Das kleine Flüsschen zieht sich vor Centgrafenberg und Hundsrück entlang. Hier ist es kühler als am Hang in Klingenberg. Dieser Wein kommt komplett aus Hanglagen. Fürst arbeitet bei den Spätburgundern mit einer „Vormazeration“. Die unentrappten, völlig intakten Trauben werden in die Bütt gelegt und mit Kühlplatten auf eine niedrigere Temperatur gebracht, dass sie nicht so schnell in die Gärung schießen. Danach wird das möglichst vorsichtig Entrappte darüber geschichtet, aber nicht angequetscht. Dann wird die Kühlung entfernt und Stück für Stück beginnt die Gärung. Es wird die ersten acht bis zehn Tage überhaupt nicht gestampft, d.h. wir haben eine Vergärung, in der teilweise ganze, intakte Beeren heile verbleiben bis zur Pressung. Zwischendurch wird dann allerdings auch mit einem Stößel untergestoßen. Wir haben also eine Kombination aus teilweiser Macération Carbonique innerhalb der Beeren und gleichzeitig einen oxidativeren Ansatz. Das gibt eine größere Vielschichtigkeit und eine größere Fruchtstärke. Durch die fehlenden Winterwasserreserven in Kombination mit dem trockenen Sommer waren die Erträge in 2019 stark verringert. Die Saftausbeute war entsprechend gering und die Beeren klein und dickschalig. Erträge unter 30 hl /ha. Rund 25 Prozent Ganztrauben im Ortswein. Der Ortswein zeigt im Gegensatz zum fruchtbetonteren Gutswein deutlich mehr Würze. Hier kommen feine Tropenhölzer, Bockshornklee und Nelkenpfeffer zur dunklen Sauerkirsche, auch angetrocknete Cranberry. Ein bisschen Lavendel und Graphit darunter. Typisch dunkel in der Würze, aber heller in der Frucht, es kommt nicht so drückend-schwarzbeerig wie in 2018, sondern wieder klassisch-rotfruchtiger. Ätherisch, fein und aromatisch aus der saftigen, feinziselierten Frucht. Eine erfrischende Säurestruktur, die mühelos durch die feinkörnige Tanninstruktur schneidet und wie aus einem kühlen Jahr wirkt. Das verleiht dem Wein einen brillanten Feinschliff und dehnt ihn in eine feine Länge aus. Der Körper insgesamt etwas stylischer, etwas zarter als 2018. Ein sehr eleganter Ortswein mit wunderbar saftiger Kühle. 93+/100

Mein Winzer

Rudolf Fürst

Franken ist Frankreich nicht nur phonetisch ganz nahe. Wer behauptet, dass exzellenter Pinot Noir, also Spätburgunder nur aus dem in Frankreich gelegenen Burgund stammt, hat mindestens die letzte Dekade verschlafen.