Rudolf Fürst

Spätburgunder Bürgstadter Berg Erste Lage 2019

seidig & aromatisch
strukturiert
95
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot
13,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2037
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 95/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Bürgstadter Berg Erste Lage 2019

95
/100

Lobenberg: Der Bürgstadter Berg zieht sich ins Erftal hinein, was ein kühleres Seitental des Maintals ist. Das kleine Flüsschen zieht sich vor Centgrafenberg und Hundsrück entlang. Hier ist es kühler als am Hang in Klingenberg. Dieser Wein kommt komplett aus Hanglagen. Fürst arbeitet bei den Spätburgundern mit einer „Vormazeration“. Die unentrappten, völlig intakten Trauben werden in die Bütt gelegt und mit Kühlplatten auf eine niedrigere Temperatur gebracht, dass sie nicht so schnell in die Gärung schießen. Danach wird das möglichst vorsichtig Entrappte darüber geschichtet, aber nicht angequetscht. Dann wird die Kühlung entfernt und Stück für Stück beginnt die Gärung. Es wird die ersten acht bis zehn Tage überhaupt nicht gestampft, d.h. wir haben eine Vergärung, in der teilweise ganze, intakte Beeren heile verbleiben bis zur Pressung. Zwischendurch wird dann allerdings auch mit einem Stößel untergestoßen. Wir haben also eine Kombination aus teilweiser Macération Carbonique innerhalb der Beeren und gleichzeitig einen oxidativeren Ansatz. Das gibt eine größere Vielschichtigkeit und eine größere Fruchtstärke. Durch die fehlenden Winterwasserreserven in Kombination mit dem trockenen Sommer waren die Erträge in 2019 stark verringert. Die Saftausbeute war entsprechend gering und die Beeren klein und dickschalig. Erträge unter 30 hl /ha. Über 30 Prozent Ganztrauben in der Ersten Lage. Sehr intensive, hochkonzentrierte Nase, dunkle Sauerkirsche, Boysenberry, unsüße Himbeere und Brombeere, moosiger Waldboden, aber nichts Dumpfes, es wirkt enorm frisch und saftig. Enorme Intensität und Konzentration schon in der Ersten Lage hier, sehr beeindruckend, schon die Nase hat einen Hang zur Größe in 2019. Und dann kommt der Mund und man wird fast weggeblasen von dem saftigen Druck, der da in den Mund schießt. Rote und dunkle Waldbeeren laufen auf einen hellen, vibrierenden Salzspur und frisch aufgewühltem Erdreich entlang. Kristallin und präzise, kühl und geschliffen, die sehr feinkörnigen Tannine tauchen im Nachhall wie aus dem Nichts auf und nehmen den Gaumen in eine wohlige Gefangenschaft. Ein köstlicher Spätburgunder. Grip, Salz, Finesse, Saftigkeit, Frucht, alles ist da und fein miteinander verwoben. Der Wein braucht dennoch einige Jahre im Keller, sicher auch etwas länger als der 2018er, um aus seiner kühlen Eleganz die reine Wollust zu machen, aber er wird, das spürt man in dieser berauschenden Balance. 95/100

Mein Winzer

Rudolf Fürst

Franken ist Frankreich nicht nur phonetisch ganz nahe. Wer behauptet, dass exzellenter Pinot Noir, also Spätburgunder nur aus dem in Frankreich gelegenen Burgund stammt, hat mindestens die letzte Dekade verschlafen.