Jean Stodden

Spätburgunder Alte Reben 2019

seidig & aromatisch
fruchtbetont
97–98+
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot
12,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2046
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98+/100
6
Deutschland, Ahr
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Alte Reben 2019

97–98+
/100

Lobenberg: Das sind wurzelechte, rund 100 Jahre alte Reben aus nicht flurbereinigten Stücken des Recher Herrenbergs. Dies sind die ältesten Reben des Hauses. Kein Großes Gewächs, es ist zu 100% aus dem Recher Herrenberg. Es ist nicht zulässig, zwei unterschiedliche Große Gewächse aus der gleichen großen Lage, zu machen. Die Vergärung geschieht immer zu 100 Prozent im Stahl, immer komplett entrappt. Bei Stodden wird grundsätzlich spontan angegoren. Standardmäßig gibt es zwei Barriques von diesem Wein, zunächst nur in neuem Holz ausgebaut, dann später in ältere Fässer umgezogen. Sehr reiche, dichte Nase, dunkle Waldbeeren mit heller Kirschfrucht durchmischt. Thymian und geflämmtes Fleisch, Piment und feines Unterholz. Die Nase ist zurückhaltender, ruhiger als die des Herrenberg und Sonnenberg. Viel Eisen und Jod darunter, fast blutig. Der Mund ist samtig und hochverdichtet, fließt wie Seide über den Gaumen, in Salz und Kakao aufgelöste Schwarzkirsche, mediterrane Kräuter darunter, blühender Thymian, dunkle Schokolade, druckvoll und intensiv. Obwohl die Machart exakt dieselbe ist, kommt bei den Alten Reben die zwingendste, griffigste Struktur durch. So immense Tanninmassen, aber alles ist reif und fein. Aber viel zupackender als bei den GGs. Die Tannine fühlen sich an als läuft der Wein über Eisen und Schiefergestein, dunkel, würzig und herbsaftig. Wer im Mund eine Explosion in Wucht und Intensität erwartet wird hier enttäuscht. Hier ist es eher ein Turbolader in der Feinheit und Länge. Bei hoher Säure und Mineralik. Auch hier viel Pfeffer, fast scharf im Mund. Durch das ganze Salz unendlich lang, ein super verträumter Mund. Das ist die Perfektion in der Ahr, wenn man diese extreme Zartheit wünscht und keinen Power-Pinot möchte. 2019 hat aber dennoch eine solch einnehmende, ganz klassische Anmutung, dass er trotz der Finesse einige Jahre Zeit brauchen wird, um diese immense Struktur zu bändigen und die dramatische Mineralität zu verdauen. Das ist ein großer, beeindruckender Terroirwein. Diese 2019er Stodden gehören in jeden ambitionierten Pinot Noir-Keller, weil sie Jahrzehnte halten können, aber eben auch diese gewisse Zeit brauchen. 2018 ist für den früheren Genuss gestrickt. 97-98+/100

Mein Winzer

Jean Stodden

»Im Einklang mit der Natur alles tun, um Wein zur Vollendung zu bringen. Die Weinberge sind das Pfund, mit dem wir wuchern können.« Dieser Feststellung vom jetzigen Winzer, Jean Stoddens Sohn Alexander, beschreibt schon exakt die Philosophie, mit der hier am Weingut seit Generationen grandiose Weine...