Silvaner Himmelspfad Großes Gewächs

Rudolf May

Silvaner Himmelspfad Großes Gewächs 2018

mineralisch
voll & rund
97–100
100
2
Silvaner 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2035
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–100/100
Elias Schlichting: 97–100/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Silvaner Himmelspfad Großes Gewächs 2018

97–100
/100

Lobenberg: Ich habe mir dieses Jahr die Weinberge mit Rudolf May ausgiebig persönlich angeschaut, hier stehen sehr alte Stöcke in dichter Pflanzung, jedes Jahr gibt es geringe Erträge von kleinen, dickschaligen Beeren. Seit 2016 wird alles biologisch bewirtschaftet, ab 2019 wird May dann Naturland zertifiziert sein, aber die Bewirtschaftung ist schon seit Jahren Bio. Die Weinreben dieses Grand Cru sind um die 60 Jahre und älter. Auch hier besteht das Terroir aus Muschelkalk. Direkt in Retzstadt an einem Berg in Südexposition, der wie der Corton-Charlemagne aussieht. Dieser Wein wird im gebrauchten Holzgärständer spontanvergoren und dann im 1.200l Holzfass ausgebaut, er verbleibt auf der Vollhefe bis zur Füllung. Das Große Gewächs Himmelspfad steht angequetscht mit Stielen und Stängeln länger noch als der Schäfer auf der Maische, nämlich 24 Stunden. Die Nase ist etwas weniger offensiv, als die des Schäfers. Aber extrem hintergründig. Das große gebrauchte Holz kommt trotzdem durch. Der Unterschied zum grandiosen Schäfer besteht in dieser immensen Tiefe, diesem profunden Unterbau, viel Aprikose, Pfirsich, Orangenzesten, Grapefruit, die Nase zeigt auch viel mehr gelbe Blüten, ist nicht so spielerisch, sondern intensiv, schiebt von unten. Das ist ein Silvaner aus der ersten Reihe, ohne Zitruslastigkeit, etwas grüner Tee darunter, sehr schöne Frische zeigend mit etwas Minze, fast Eukalyptus, aber eben nicht zitrisch, nur schiebend mit viel Druck. Erinnert etwas an eine Super-Cuvee aus Chenin Blanc, alles in einer Feinheit ,wie man sie im Burgunder nicht findet, ein spannender, leicht erdiger Touch liegt zusätzlich in diesem Silvaner. Das ist lang, dicht, reich, mit schönen Apfelnoten, leichter Erdigkeit, Würze, viel Schub. Und während der Schäfer noch eine tänzelnde Primaballerina war in ihrer Komplexität und ihrer rassigen Feinheit, so haben wir hier einfach mehr intensiven Schub von unten und einen viel dichteren Körper, ohne jemals fett zu werden, es bleibt fein. Wir bleiben auch hier stilistisch eher an der Loire, gerade in 2018 fällt mir diese Verwandtschaft zwischen großen Chenin Blancs und Silvaner so sehr auf. Nach so vielen, in diesem Jahr probierten Rieslingen und Weißburgundern, wird mir immer klarer, dass der Silvaner eine der wirklich eigenständigen, traumhaften und echt hochklassigen Rebsorten Deutschlands sein kann. Es braucht die richtigen Böden, niedrige Erträge, biologisches Arbeiten, es braucht einfach etwas Einsatz, aber dann kann ganz Großes daraus entstehen. Wenn man denn diese Weine mit weniger Frucht und dafür großer Eleganz und feiner Mineralität möchte. Niemals mit einem Riesling zu verwechseln und in keinster Weise das gleiche Geschmacksbild abgebend, aber das will er ja auch gar nicht. Erdig, würzig, nobel, elegant und erhaben, ein grandioser Wein. 97-100/100

97–100
/100

Elias Schlichting über: Silvaner Himmelspfad Großes Gewächs

-- Elias Schlichting: Sattere, opulente Nase, startet imposant mit großer Dichte, reife, leicht kandierte Agrumen, gelbe Birne, etwas Ingwerpaste und Curry in der Würze. Sehr viel mehr Spannung und Energie bei gleichzeitiger höherer Konzentration anzeigend als der Rothlauf. Auch hier spürbarer, aber sehr gekonnter Holzeinsatz, das ist die Domäne von Rudolf May. Der Gaumen ist fest und konzentriert, dabei aber sehr samtig und anschmiegsam, weißer Pfirsich, Babybanane, etwas Kamille, die Frucht ist von Kräuterwürze und Exktraktsüße ummantelt. Ein Silvaner im Spannungsfeld zwischen dem ruhigen Charakter vom langen Hefelager im Holz und der expressiven, reifen Frucht der Lage Himmelspfad. Vitale, aber sehr feine Säurespur, das passt hervorragend. Die Aromen tanzen lange im Mundraum nach. Ein fesselnder Silvaner. Der Himmelspfad verkörpert die Perfektion in diesem Jahrgang, ein großer Wurf von Rudolf May. 97-100/100

Mein Winzer

Rudolf May

Rudolf May aus dem kleinen Winzerörtchen Retzstadt, nördlich von Würzburg, ist ein ruheloser Geist. Immer auf der Suche nach den kleinen Veränderungen, die seine Arbeit perfektionieren.

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