Rudolf May

Silvaner Der Schäfer Erste Lage 2019

BIO

voll & rund
96–97
100
2
Silvaner 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2034
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96–97/100
Parker: 93/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Silvaner Der Schäfer Erste Lage 2019

96–97
/100

Lobenberg: Seit 2016 wird alles biologisch bewirtschaftet, nun in 2019 ist May offiziell Naturland zertifiziert, aber die Bewirtschaftung ist schon seit Jahren Bio. Die Weinreben sind um die 40 Jahre und älter, der Ertrag war durch Frostschäden extrem . Die Gärung findet im offenen Holzgärständer statt. Der anschließende Ausbau erfolgt im neuen Stückfass aus Spessarteiche von 400-jährigen Bäumen, die Rudolf May mit dem Fassbauer Aßmann und einem Förster der Gemeinde selbst aussuchen konnte. Das Holz ist enorm dicht und feinporig. Der Wein bleibt bis zum ersten Umzug auf der Vollhefe in diesem Fass und verbleibt danach weiter auf der Feinhefe im gebrauchten Holzfass. Diese Holzbegleitung bekommt dem Schäfer ganz besonders, denn ein großer Silvaner kann so erhaben sein wie ein großer Chenin Blanc von der Loire. Ein Wein, der nicht über Zitrusfrucht besticht, sondern über die Erhabenheit und Eleganz großer Chenin Blancs. Die Frucht reicht von saftiger Quitte über Nashibirne zu Melone und weißem Pfirsich, total fein und gleichzeitig doch druckvoll, energetisch, konzentriert, spannungsgeladen. Man merkt direkt, dass dieser Silvaner nicht mit berstender Frucht überzeugen will. Im Mund eine tolle Struktur zeigend, das Holz schafft den Rahmen in dem die Frucht aus den zuvor angesprochenen Elementen spielt, dazu eine immense Blumigkeit, viele weiße Blüten, weißer Pfirsich, Melone, auch weißer Pfeffer, daneben vielleicht ein Hauch Rhabarber und Zitronengras. Immense Salzigkeit an den Zungenrändern, verblüffende Mineralitätsanmutung. Hintenraus mit saftigem Zug, zieht lange und getragen durch. Lang und intensiv mit tollem Körper, aber nie bloß das cremige, leicht ordinär Geschminkte eines Weißburgunders zeigend, oder gar das Grobe und Erdige eines Grauburgunder, oder gar die Chardonnay-artige Frucht-Opulenz. Silvaner ist eben fern von Burgundersorten. Sie ist eine häufig unterschätzte Rebsorte, weil sie eben genau das abbilden kann, was sonst keine weiße Rebsorte in Deutschland abbilden kann, das was die großen Chenins von der Loire so perfekt können. Das ist genau die Lücke, die in Deutschland klaffen würde, wenn wir keinen Silvaner hätten. Das ist ein großer Wein, ein eleganter Wein, ein sehr eigenständiger Wein. 96-97/100

93
/100

Parker über: Silvaner Der Schäfer Erste Lage

-- Parker: From a 50-year-old plot within the Langenberg in Retzstadt that only yields 20 hectoliters per hectare, the 2019 Retzstadt Silvaner Der Schäfer opens with a deep, refined and flinty bouquet of intense, ripe fruit along with a dash of fresh lemon juice. Tensioned and pure on the textural palate, this is a very elegant, refined and persistently salty Sylvaner with great balance and remarkable complexity and fine grip on the sustainable finish. Excellent and very finessed again. Vinified in a 1,200-liter oak vat until the bottling. Tasted in March 2021. 93/100

Mein Winzer

Rudolf May

Rudolf May aus dem kleinen Winzerörtchen Retzstadt, nördlich von Würzburg, ist ein ruheloser Geist. Immer auf der Suche nach den kleinen Veränderungen, die seine Arbeit perfektionieren.