Schonfels Riesling Faß 11  VDP Grosses Gewächs trocken

Peter Lauer

Schonfels Riesling Faß 11 VDP Grosses Gewächs trocken 2018

voll & rund
mineralisch
96–98+
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2042
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96–98+/100
Elias Schlichting: 96–97/100
Falstaff: 96/100
Suckling: 96/100
Parker: 93+/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Schonfels Riesling Faß 11 VDP Grosses Gewächs trocken 2018

96–98+
/100

Lobenberg: Der Weinberg wurde 1912 bepflanzt, also über 100 jährige Reben. Ganztraubenpressung mit nur minimal kurzer Maischestandzeit in 2018, um die pH-Werte nicht ansteigen zu lassen. Florian hat hier spezielle Verfahren bei der Pressung angewendet, um das Maximum aus dem Traubenmaterial für jede Stufe herauszuholen. Alles über 100 Oechsle und aus dem reinen Vorlaufsaft ohne Pressdruck wurde für die Süßweine selektioniert und nur der aus der sanften, langsamen Pressung gewonnene Saft mit über 90, aber unter 100 Oechsle wurde für die trockenen und feinherben Weine verwendet. Natürlich wie immer alles spontanvergoren im Moselfuder. Die Nase zeigt zunächst eine prägnante Würze in dunkler Steinigkeit, fast Lavastein, Feuerstein-artig, auch immens salzig schon in der Nase, fast an Austernschale erinnernd. Die reife Frucht ist elegante, eher weiß mit feinen gelben Einschüben, weiße Johannisbeere, Nashibirne. Der Fruchtkern ist sehr klar, reintönig von heller Aromatik, die Würze und die Mineralität bilden einen spannenden, dunklen Kontrast dagegen. Vielleicht ein Hauch Quitte und Mirabelle, aber eigentlich gibt es hier wie in so vielen Mosel und Saarweinen keine bissige Zitrusfrucht und im Schonfels auch kaum Exotik, alles ist sehr clean, sehr straight, kristallin. Während sich die Ayler Kupp wieder etwas expressiver und mit Reminiszenz an die Mittelmosel präsentiert ist Schonfels sehr erhaben und in sich ruhend, es ist das ausgeglichenste der GGs von Florian Lauer und damit dasjenige, welches den 2016ern in Sachen Feinheit und Balance am nächsten kommt. Auch im Jahr 2018 bleibt die Nase des Schonfels vergleichsweise fruchtkarg, wir haben etwas Curry, eher salzig-würzig als fruchtbetont, das wirkt unkonventionell und spannend, jedenfalls sehr nobel und zurückhaltend für einen 2018er. Der Mund ist nicht minder erhaben und bleibt eher weißfruchtig, weißer Pfirsich, helle Birne, auch Renekloden. Das Ganze wird umspielt von einer tiefgreifenden Salzspur. Die überreifen Trauben wurden rigoros aussortiert, dadurch bleibt der Kern schön fokussiert in der Frucht, natürlich mit viel Druck, sehr reif, sehr cremig und schmelzig am Gaumen. Florian liest ja eher spät, nur goldgelbe Trauben. Der Mund ist entsprechend voluminös und einnehmend, aber auch sehr saftig mit einem Hauch Quitte, Grapefruit und Pomelo. Hier haben wir doch mehr von der typischen 2018er Frucht als die mineralisch-salzige Nase verraten wollte. Der Ausklang ist lang, feinsalzig, kräutrig, Basilikum und Zitronengras. Auch der feine Säurezug zeigt sich dann prägnanter erst im Nachhall und bewahrt die Eleganz, fängt die Cremigkeit und das Volumen der Frucht ab und hält alles auf Linie. Die salzige Mineralität tut ihr Übriges für einen sehr eleganten Schonfels, aber elegant natürlich im Kontext von Florian Lauers saftigem, voluminöserem Stil, dem der Jahrgang 2018 mit der schönen Frische aus der vollreifen Frucht zusätzlich entgegenkommt. Das ist der beste trockene Wein, den Florian dieses Jahr produziert hat und ein Beweis dafür, dass Eleganz und Üppigkeit sich nicht ausschließen müssen, wie wir es auch vielfach beispielhaft in 2018ern aus Bordeaux und von der Rhône erleben können. 96-98+/100

96–97
/100

Elias Schlichting über: Schonfels Riesling Faß 11 VDP Grosses Gewächs trocken

-- Elias Schlichting: Hammermäßig feine Saar-Rieslingnase, fast etwas an den Scharzhofberger von Volxem erinnernd in dieser Erhabenheit und Eleganz, strahlend-kristalliner Charakter, helle Frucht, in Kandis und Salz gewalzte Zitrusfrucht, milde Limettenschale, Grüntee und Zitronengras. Der Gaumen ist herbsaftig, viel Quitte und Orangensüße, dicht und cremig, weniger Zug als 2017 dafür mehr Charme, noch etwas mehr Volumen und Schub als sonst. Beeindruckend welche körperbetonte Reife die Saar 2018 hervorgebracht hat, ohne ihre Spannung ganz zu verlieren, aber definitiv weniger bissig. 96-97/100

96
/100

Falstaff über: Schonfels Riesling Faß 11 VDP Grosses Gewächs trocken

-- Falstaff: Spontinase, kräftiges Bukett, Malz. Kräuter, Ananas, kräftige und reige Säurestuktu, viel und intensive Würze, gute Dichte und Konzenration, enorme Dichte und auch Länge, Substanz für viele jahre. Extraktmonster. 96/100

96
/100

Suckling über: Schonfels Riesling Faß 11 VDP Grosses Gewächs trocken

-- Suckling: Super fresh and pure aromas of white peaches and limes with a perfumed, herbal edge, as well as fresh stones and flinty notes. The palate has a sleek and juicy feel with a wealth of attractively smooth, elegant and pure white peaches, delivered in a refined, elegant mode. Drink or hold. 96/100

93+
/100

Parker über: Schonfels Riesling Faß 11 VDP Grosses Gewächs trocken

-- Parker: The 2018 Schonfels Fass 11 (Ayl Schonfels Riesling GG) opens brilliantly clear, fresh and smoky/flinty on the excitingly pure, deep and complex nose that delivers salt and pepper, as Florian Lauer says. The palate is very elegant, fine and even crystalline, with a long, intense and aromatic finish with mineral vitality and lots of grip and of music. A remarkably elegant and straightforward wine. It was bottled nine days before I tasted it on June 21, 2019. Release date: September 2019. 93+/100

Mein Winzer

Peter Lauer

Ein junger VDP-Winzer. Das Weingut liegt in Ayl, hat sieben bis acht Hektar und wird in fünfter Generation von Florian Lauer bewirtschaftet. Das Weingut arbeitet biologisch-organisch, ist aber nicht zertifiziert und folgt auch nicht allen Richtlinien, da der Winzer Kupfer ablehnt.

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