Scheurebe Spätlese Escherndorfer Lump Erste Lage 2018

Horst Sauer: Scheurebe Spätlese Escherndorfer Lump Erste Lage 2018

Zum Winzer

93–94
100
2
Scheurebe 100%
5
weiß, süss
12,5% Vol.
Trinkreife: 2019–2027
Verpackt in: 6er
9
leicht süss
frische Säure
exotisch & aromatisch
3
Lobenberg: 93–94/100
Pirmin Bilger: 18+/20
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Scheurebe Spätlese Escherndorfer Lump Erste Lage 2018

93–94
/100

Lobenberg: In dieser Scheurebe Spätlese treffen 19 Gramm Restzucker auf über 7.0 Gramm Säure bei 12.5% Alkohol. Das ist eine meiner jedes Jahr gekauften Scheureben, weil dieser Wein von Horst Sauer einfach so ein Unikat ist, da er einen Bereich abdeckt, den kaum ein anderer Wein zu treffen vermag. Die Säure lässt den Restzucker kaum spürbar werden. Es gibt nur einen feinen Schmelz, in dieser von Apfel und exotischer Frucht geprägten Nase. Hohe Intensität des mit feinen Südfrüchten unterlegten Duftes, Melone, Litschi, Maracuja und Grapefruit, reife Aprikose. Im Mund dann eine Explosion der tropischen und reifen Frucht, saftiger Boskoopapfel, Golden Delicious, dazu auch Kumquat und Orangenschale, Kiwi, Passionsfrucht, viel saftige Grapefruit, alles reintönig aus total cleanem Lesegut, es gab auch in den Spätlese Qualitäten keinerlei Botrytis. Der Wein hat Länge, Frucht und eben eine immense Intensität, er trinkt sich filigran und leicht, so saftig und aromatisch, das ist ein großer Spaßmacher und eine tolle Alternative zu Riesling, Silvaner und den Üblichen, das ist viel fruchtiger als jeder Silvaner, weniger zitrisch als jeder Riesling. Dafür ebenso intensiv, so reif und vollmundig, wirklich spannend. Nein, Scheurebe kann nie Weltklasse darstellen, aber sie kann auf ganz hohem Niveau große Freude bereiten. Der Wein ist für das was er kostet eigentlich ein Superschnäppchen, weil er schon eine gewisse Größe zeigt. 93-94/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

18+
/20

Pirmin Bilger über: Scheurebe Spätlese Escherndorfer Lump Erste Lage

-- Pirmin Bilger: Der Restzucker liegt hier bei 20 Gramm. Kristallklar ganz ohne Botrytis strahlt es hier verführerisch aus dem Glas. Ein Hauch Exotik liegt in der Luft und verströmt diesen herrlichen Duft nach Honigmelone. Viel zitrische Frische, Holunderblüten und ein Hauch von minziger Würze sind hier im Spiel. Am Gaumen ist das ein perfekte Spiel zwischen dieser zarten Süsse und der rassigen Säure - saftig reiffruchtig und knackig frisch. 18+/20

Mein Winzer

Horst Sauer

Horst Sauer und seine Tochter Sandra bearbeiten zusammen über 18 Hektar der besten Weinberge Frankens. Als Horst Sauer den Betrieb, der bereits vom Urgroßvater gegründet wurde, vom Vater übernahm, waren es gerade 2,5 Hektar ohne Selbstvermarktung.