Ferraton Pere et Fils

Saint Joseph Lieu-dit Bonneveau 2020

fruchtbetont
saftig
pikant & würzig
97–98
100
2
Serine 100%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2048
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Saint Joseph Lieu-dit Bonneveau 2020

97–98
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Dort geht 2020 sicherlich als ein Jahrhundertjahrgang in die Geschichte ein. Die Tardieus vergleichen 2020 mit einer Mischung aus dem superklassischen und frischen Jahr 2016 und der Tiefe und Dichte aus 2015. Auf keinen Fall so extrem fett und üppig wie 2018 und 2019, sondern deutlich klassischer. Deshalb ist 2020 aus ihrer Sicht einer der ganz großen Jahrgänge überhaupt an der Nordrhône. Im Norden gab es 2020 keinen richtigen Trockenstress für die Reben, weil es im August ein paar Regenfälle gab. Sie kamen genau zur richtigen Zeit. Die Lese startete deutlich früher als in anderen Jahren. Insgesamt ist es ein saftiger, langlebiger, dichter und reifer Jahrgang, ohne Überreife, ohne übermäßig Fett wie in 2019 und 2018. Ein richtig klassisches Jahr an der Nordrhône, aber klassisch mit einem Plus an einer Form von Reife, die es früher so nicht gab. Ob Norden oder Süden – in Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Bonneveau liegt komplett auf Granitböden, oben auf dem Plateau. Ganz ähnlich wie im Hermitage, sodass die Familie Ferraton, und später die übernehmende Familie Chapoutier, ganz scharf drauf waren, hier noch mehr Land zu bekommen. Es gibt einen 30-jährigen Leasingvertrag mit Vorkaufsrecht. Nur ein Hektar uralte Reben, zum Teil über 100 Jahre alt. Der Wein wird komplett vom Ferraton-Team eigenständig in Biodynamie bearbeitet. Auch wenn es nicht biodynamisch zertifiziert ist, weil es eben im Leasing ist. 100 Prozent die alte Syrah, also Sérine, Petite Syrah genannt. Mittlerweile werden hier zwischen 15 und 20 Prozent Rappen in die Fermentation gegeben. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Der Wein bleibt dann bis zum Frühjahr auf der Feinhefe. Ausgebaut wird im gebrauchten Barrique und im Halbstück. Der Alkoholgehalt liegt 2020 trotz der hohen Eleganz erstaunlicherweise bei fast 15 Volumenprozent, was aber überhaupt nicht auffällt. Die Nase zeigt deutlich mehr Volumen als die Nase des Paradis. Üppig und reich. Rote und schwarze Beeren, sehr dicht, viel Lakritze und Veilchen. Voluminös, feine Karamelle darunter vom Holz. Sehr schicke, reiche Nase, deutlich dunkler und lakritziger als beim Paradis. Im Mund klar voluminöser. Rote Frucht, reich und dicht. Schattenmorelle vorne, dahinter etwas Himbeere und Erdbeere, aber auch süße rote Johannisbeere. Ein leichter Hauch Cassis sogar und eine Annäherung an Brombeere. Aber das Ganze bleibt eher auf der roten Seite und kriegt eine schöne helle Lakritznote. Ein von provenzalischen Gewürzen unterlegter, mineralischer Nachhall. Tolle Harmonie zeigend. 97-98/100

Mein Winzer

Ferraton Père et Fils

Samuel Ferraton, Vertreter der vierten Generation im Weingut, gab 1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit.

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