Lobenberg: Ein Wein, der ursprünglich nur in der Versteigerung verkauft wurde. Eine sehr reife, aber nicht hochreife süße Spätlese, mit beginnender feiner Firne und cremig-karamelliger Nase. Immer noch sehr hell in der Farbe, die Oxydation hält sich also sehr in Grenzen. Karamelle, extrem reife Quitte, sehr schöne Honignote dazu. Jasmin und Pakistani Night, eine leichte Exotik ausstrahlend. Auch reife Maracuja dazu, aber immer noch zart bleibend. In der Nase auch helle Teeblätter und süße Fruchttee-Aromatik. Im Mund dagegen eher zum malzigen Assam-Tee neigend. Der Wein hat fast 70 Gramm Restzucker, aber mit 8 Gramm Säure besitzt er trotzdem eine überragende Balance. Perfekt zu trinken, toller Begleiter zum Blauschimmelkäse und zum Dessert, aber in seiner fast trocken zu trinkenden Art sogar als Apero auf der Frühlingsterrasse geeignet. Flüssiger, nicht zu süßer Akazienhonig, Blumenhonig. Im Mund an Jasmin erinnernd, superreife Mango und Maracuja mit langem, mineralisch-steinigen Schiefernachhall. Tolle Spätlese, und sie hat noch Jahrzehnte vor sich. 96-97/100