Riesling Wachenheimer Rechbächel P.C. Erste Lage 2018

Bürklin Wolf Riesling Wachenheimer Rechbächel 2018

BIO

Zum Winzer

97
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2019–2038
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
frische Säure
3
Lobenberg: 97/100
Suckling: 95/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Wachenheimer Rechbächel P.C. Erste Lage 2018

97
/100

Lobenberg: Eine Buntsandstein Lage, Südostexposition, quasi eine Pfälzer Steillage (also mit leichter Hangneigung). 2018 ist der erste Jahrgang in dem der Rechbächel als P.C. separat abgefüllt wird. Nicola Libelli (der Kellermeister) ist extrem stolz auf die Einzelabfüllung aus dieser Lage, nachdem der Wein 12 Jahre lang in den Ortswein eingeflossen war. Es gab in 2018 bei keinem Wein bei Bürklin eine Maischestandzeit, aber Abpressen über 3 Stunden mit maximal 1,1 Bar Druck, um nur ein bisschen Phenolik zu haben. Alle P.C. wurden 100% im gebrauchten Stückfass ausgebaut. In der Nase eine feine Reduktion über gelber Frucht, aufregende, steinige, mineralische Expressivität dazu, die eine Dominante bildet, daneben etwas Sommerapfel, Marille und roter Pfirsich, etwas Blutorangen und Tabak klingen an. Der Mund ist immens dicht und druckvoll, aber er wird nicht fett, er bleibt fein ziseliert, zieht sich kräutrig-herb, durch mit schönem Schub, zeigt eine unglaubliche Länge, mit feinherbem Bitterstoff aus den Phenolen hintenraus, komplett botrytisfrei gelesen in diesem Jahr, auch ohne Trockenstress. Der Wein ist komplett durchgegoren auf unter 2 Gramm Restzucker bei über 7 Gramm Säure, aber er zeigt dennoch eine feine Dichte und Konzentration, einen zarten Schmelz und eine feine Süße aus der Reife der Frucht. Ein sehr ausdrucksstarker P.C., für G.C. Niveau fehlt ihm das letzte Quäntchen Wucht, dafür hat er eben diese unglaubliche Feinheit und die langgezogene Mineralität im schicken Schmelz vom hohen Extrakt. 97/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95
/100

Suckling über: Riesling Wachenheimer Rechbächel P.C. Erste Lage

-- Suckling: Slightly funky at first showing some butter and bean curd, but I love the notes of quince, loquat and mirabelle plums. Full-bodied with lots of body and mouth feel, but a subtle yet racy line of acidity. Porcelain-textured finish makes this a very complex and long riesling. From biodynamically grown grapes. Drink now. 95/100

Mein Winzer

Bürklin Wolf

Bürklin Wolf greift auf eine Historie zurück, die bis ins Jahr 1597 geht. Doch den Status als Primus inter pares verdankt es besonders Bettina Bürklin-von Guradze, die das Weingut seit 1992 leitet.