Clemens Busch

Riesling vom blauen Schiefer trocken 2018

BIO

mineralisch
95–97
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2020–2033
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 95–97/100
Parker: 90+/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling vom blauen Schiefer trocken 2018

95–97
/100

Lobenberg: Bei Clemens Busch handelt es sich um ein biodynamisches Weingut, genaugenommen ist er sogar einer der biodynamischen Vorreiter an der Mosel. Grundsätzlich Ganztraubenabpressung, kurze Maischestandzeiten je nach Jahrgang und Ausgangsmaterial. Immer spontane Vergärung und Ausbau aller Weine im alten Holz. Vom blauen Schiefer stammt aus einer Lage, die direkt neben dem Großen Gewächs „Fahrlay“ liegt. Nahezu die gleiche Qualität im Weinberg, eben potentiell ein Großes Gewächs. Das Ausgangsmaterial ist also von höchster Güte. Es gab hier bei Clemens 2018 weniger Trockenstress als anderswo an der Mosel, weil es in der Gegend um Pünderich ein bisschen geregnet hatte im Sommer. Daher konnte für die edelsüßen Weine sogar ein bisschen Botrytis geerntet werden. In diesem Blauschiefer ist natürlich nur das top selektionierte Lesegut drin. Die Restzuckerwerte werden sich so zwischen 4 bis 6 Gramm einpendeln für die einzelnen Fuder, die dann anschließen vermählt werden. Alles wie gesagt langsam im gebrauchten Moselfuder spontanvergoren und bis in den Sommer ungeschwefelt auf der Hefe belassen. Clemens sagte er hatte das Gefühl die Weine brauchen den Hefekontakt in diesem Jahr besonders, gerade auch weil er etwas mit Standzeiten arbeitet und er auf keinen Fall Bitternis oder bissige phenolische Eindrücke am Gaumen bekommen wollte. Wir sprechen hier über echte slow-wines, Clemens lässt den Weinen alle Zeit die sie brauchen. Typisch vom blauen Schiefer haben wir hier eine etwas kühlere Nase, sehr straight, sehr fokussiert, feine weiße Frucht und ganz zarte zitrische Einschübe. Aber insgesamt weniger auf der charmanten, wärmeren Fruchtseite wie der Grauschiefer, eher steinig, gnadenlos im mineralbeladenen Geradeauslauf. Ein kleiner Touch weiße und schwarze Johannisbeere, weißer Pfirsich und Grapefruit, das wars auch schon mit Frucht, dann schiebt sich wieder die satte Steinigkeit und die Schieferwürze in den Vordergrund. Am Gaumen geht es nicht minder fokussiert zu. In manchen Jahren wirkt der vom blauen Schiefer fast karg in seiner steinigen Puristik, dieses Jahr ist es nicht ganz so extrem, die Freakshow ist etwas zugänglicher geworden. Dennoch wirkt der Wein sehr fest, fein verwoben, mit einer aufregenden Mischung aus Druck und Zug neben in sich ruhender, geerdeter Aromatik. Feine Kräutrigkeit, Basilikum, Zitronengras und etwas Tabak, Grüntee, Darjeeling Tee, wieder weiße Grapefruit, aber alles reiht sich hinter dem puren Bodengeschmack ein. Der Kern des Blauschiefers ist sehr saftig und straight. Wir bleiben etwas bedeckter, nicht so würzig-warm und charmant wie der Grauschiefer. Hier sind wir so viel steiniger, purer, extremer. Dennoch ist das auf seine Art sehr elegant. Erst im Nachhall zeigt sich dann doch noch etwas Schmelz und Cremigkeit vom langen Hefeausbau, auch die Fruchtanklänge kämpfen sich immer wieder durch die schiebende Kräuter- und Steinmischung. Ein kleiner Hauch feiner Grapefruitbitterstoffe zum leichten Gerbstoffgerüst, daneben eine ganz grandiose Frische mit Eukalyptus und Minzblättern. Lange pikant ausrollend in feiner Salzigkeit, sehr erhaben, fast an 2016 erinnernd in der Feinheit. Nur das kleine Plus an Fruchtpolster, dieser sanfte Druck von unten aus der Tiefe verrät den 2018er Jahrgang. 95-97/100

90+
/100

Parker über: Riesling vom blauen Schiefer trocken

-- Parker: Busch's Pündeicher 2018 Riesling Vom Blauen Schiefer offers a pure, precise and slatey bouquet with herbal notes of crushed stones, while the tropical fruit aromas form a perfume rather than illustrating this dry Riesling from the Marieburg's blue slate soils. The wine is creamy on the palate, with a slightly bitter finish, and it doesn't have as much finesse and mineral freshness as its counterpart from red slate soils. The acidity is fine and leads to a long and persistently mineral finish with crunchy slate 'tannins.' The richness of the wine (13% alcohol is a lot for this style) covers the subtleness, which is also palatable but not the leitmotif of this 2018, but it might gain finesse with bottle age. Tasted from AP 4019 in July 2020. 90+/100

Mein Winzer

Clemens Busch

Das Weingut von Clemens Busch liegt im malerischen Pünderich am Anfang der Terrassenmosel. Seit 1986 arbeiten Rita und Clemens Busch hier nach strengen Kriterien des ökologischen Weinbaus, was sie sich inzwischen auch haben zertifizieren lassen.