Riesling vom blauen Schiefer Fass 43 Reserve trocken 2017

Clemens Busch

Riesling vom blauen Schiefer Fass 43 Reserve trocken 2017

BIO

fruchtbetont
mineralisch
frische Säure
96
100
2
Riesling 100%
5
weiß
Gereift
12,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2037
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling vom blauen Schiefer Fass 43 Reserve trocken 2017

96
/100

Lobenberg: Extrem reif war 2017 eigentlich nur die Terrassenmosel. Hier bei Clemens Busch konnte und musste wesentlich länger zugewartet werden. Die Ernte verlief bis Anfang November. Grundsätzlich Ganztraubenabpressung, kurze Maischestandzeit, spontane Vergärung und Ausbau aller Weine im alten Moselfuder von 1000 Litern. Hier handelt es sich um eine Lage, die neben dem Großen Gewächs „Fahrlay” liegt. Grundsätzlich ist diese extreme Lage für gefälligen Stoff eigentlich nicht geeignet – somit behielt Clemens diese Charge vom Blauen Schiefer einige Jahre im Weingut zurück, weil er den Wein einfach für dramatisch zu jung befand. Es ist hier auch nach einigen Jahren der perfekten Flaschenreife im Weingutskeller noch adstringierend, salzig, mineralisch und sehr ausgeprägt, eine große Show. Das Ganze zusammen mit der Phenolik der kurzen Maischestandzeit und der Spontanvergärung gibt natürlich eine Puristik, wie sie auch schon 2015 der Fall war, aber man bekommt eben heutezutage mit neuen Klimaverhältnissen diese charmante Wärme der satten Traubenreife dazu. Der Wein bekommt schmelzige Flügel, jetzt durch die Reife immer mehr, wird extrem lecker neben der Pikanz. Die Charakteristik bleibt die des blauen Schiefers, des eher feuchten und sehr harten Schiefers mit kühler Aromatik. Weißes Steinobst, Birne, Apfel, Assam-Tee. Neben pinker Grapefruit und Zitronengras kommt jetzt eine warme reife Mandarine, Maracuja, ja sogar ein bisschen Melone ins Spiel. Sehr floral, sogar mehr im Geschmack als in der Nase. Ein Hauch Jasmin. Das klingt jetzt als sei es ein üppiger Wein. Das ist er überhaupt nicht. Es bleibt ein puristischer Extremist. Aber er kriegt diese wunderbare Stütze von Grapefruit, die eben nicht so messerscharf ist wie 2015, sondern die eher süßlich-reif ist und eine schöne Abrundung durch diesen Reserve-Release bekommen hat. Ein genialer Riesling, der immer noch viele Jahre vor sich hat, aber jetzt schon eine erste Zugänglichkeit durchscheinen lässt. 96/100

Mein Winzer

Clemens Busch

Das Weingut von Clemens Busch liegt im malerischen Pünderich am Anfang der Terrassenmosel. Seit 1986 arbeiten Rita und Clemens Busch hier nach strengen Kriterien des ökologischen Weinbaus, was sie sich inzwischen auch haben zertifizieren lassen.