Christmann

Riesling Vogelsang (ehemals Neustadt "V") Großes Gewächs trocken 2020

frische Säure
mineralisch
97–98+
100
2
Riesling 100%
5
weiß
12,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2047
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98+/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Vogelsang (ehemals Neustadt "V") Großes Gewächs trocken 2020

97–98+
/100

Lobenberg: Dieser Wein wurde zuvor als Neustadt V Ortswein gefüllt, weil Christmann die Lage auch erst vor einigen Jahren übernommen hat. Mit dem Jahrgang 2020 erfuhr er nun die Aufstufung zur Großen Lage. Das ist ein sehr renommierter, tradierter Weinberg mit einem spektakulären Ausblick über Neustadt mit Muschelkalkboden auf 240 Metern Höhe. Direkt über der Stadt gelegen. Steffen Christmann hat diese Lage auf 30 Jahre gepachtet. Das ist nach dem Weingut Odinstal die zweithöchste Lage an der Mittelhardt. Die Reben sind um die 35 bis 40 Jahre alt. Der Weinberg wurde unter Christmann sofort biologisch-dynamisch bewirtschaftet und hat seit dem Jahrgang 2019 auch die entsprechende Zertifizierung. Die Besonderheit ist der 150 Millionen Jahre alte Kalkboden im Vogelsang, sehr viel älter als die Kalkschichten in Königsbach, die „nur“ 50 bis 60 Millionen Jahre alt sind. Die Nase des Vogelsang ist extrem kristallin, steinig, etwas wilder als die des ruhigen Idig und des harmonischeren Ölberg-Hart. Es hat mehr positive Expressivität hier im Vogelsang, mehr Aufregung, ein ganz feines Spiel aus einer facettenreichen Zitrusaromatik, hellem Gestein und Meeresduft. Der Wein hat wahnsinnig viel Druck und Zug im Mund aus diesem uralten Muschelkalk gepaart mit der Kühle dieser Hochlage, die diesen Wein so speziell macht. Schlank definierte, aber dennoch tiefe, druckvolle gelbe Frucht, die sich überwiegend im warmen Zitrusmillieu bewegt. Aber trotz der aufregenden, mineralisch anmutenden Textur ist es überhaupt nicht einschneidend, nein, sogar weit davon entfernt. Es ist samtig und vibrierend zugleich. Läuft über kühlen Kalkstein, zieht mit enormem kreidigem Grip nach. Fein, kristallin und kühl wie immer bei Christmann, aber innerhalb der Range schon einer der wilderen, expressiveren Weine. Kommt dennoch mehr über Stein als über Frucht. Die saftige Cremigkeit ist zwar da, steht hier aber weniger im Vordergrund, wird von der spannenden Mineralik durchzogen. Vibrierend und cremig zugleich. Meisterhaft. Es dürfte nicht mehr lange dauern, da kann der Vogelsand vielleicht dem Idig Konkurrenz machen in Sachen Größe, aber wirklich konkurrieren werden sie nie, denn ihre Charaktere sind völlig unterschiedlich. 97-98+/100

Mein Winzer

Christmann

Seit 1996 wird das Weingut von Steffen Christmann in der 7. Generation geführt. Seit 2004 gänzlich dem ökologischen und nun auch dem biodynamischen Anbau verschrieben. Die Umstellung hat einen Nebeneffekt: Christmanns Weine erreichen trotz längerer Vegetationsperioden und höherer physiologischer...