Riesling Gutswein 2013

Schäfer Fröhlich: Riesling Gutswein 2013

Zum Winzer

91–92
100
2
Riesling
5
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2014–2019
Verpackt in: 6er
9
leicht & frisch
fruchtbetont
3
Lobenberg: 91–92/100
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Gutswein 2013

91–92
/100

Lobenberg: Eine Zusammenstellung aus allen Lagen. 100% Domaine-Weine. Häufig die jüngeren Reben aus gßen Lagen. Sehr feine, reife, weisse Früchte. Weisser Weinbergspfirsich. Leichte Blumigkeit, Jasmin, weisse Johannisbeere, schöne weisse, schlanke Birne. Feine, subtile Aromatik. Angequetschte Ganztrauben. Maischestandzeit, dann spontanvergoren. Nichts wird entrappt und alles mit Maischestandzeiten angesetzt. Der Wein ist im Mund extrem fein und trotzdem saftig und schmelzig. Gute Cremigkeit trotz nur 11,5 ° Alkohol und sehr hoher Säure von über 8 g, bei fast keinem Restzucker, max 3 g Eine gndiose Balance, eine gße Schmelzigkeit aus den hohen Extraktwerten und aus der hohen Mineralität. Feiner salziger Nachhall. Wieder diese gndiose, leicht süße, weisse Frucht. Etwas Trockenfrüchte dazu, auch ein wenig rote, süße Grapefruit, Orange, Zitrusfrüchte. Extrem lecker und an der Nahe ganz kurz hinter Dönnhoff einer der besten Gutsweine mit sensationeller Finesse und tollem Spiel. Nicht nur extrem geschmackvoll, sondern in seiner Komplexität und seinem Finessespiel schon eine Dimension darüberliegend. 91-92

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Schäfer Fröhlich

Seit 1800 betreiben Fröhlichs Weinbau an der Nahe. Tim Fröhlich bewirtschaftet zusammen mit seiner Familie das 16 Hektar große Weingut. Die Lagen mit ihren unterschiedlichen Gesteinsböden bilden das Fundament für unverwechselbare, authentische Rieslinge.