Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein 2012

Dönnhoff: Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein 2012

Zum Winzer

93+
100
2
Riesling
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2012–2022
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
frische Säure
leicht & frisch
3
Lobenberg: 93+/100
Gerstl: 17+/20
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein 2012

93+
/100

Lobenberg: 12,5° Alkohol, knapp 8 Gramm Säure, ca. 5 Gramm Restzucker. Auf dunklem Tonschiefer gewachsen, das bezeichnet man auch als Carbon-Schiefer. Hier gibt es Ausläufer von Kohleflözen. Dieser Carbon-Schiefer geht bis ins Tiefschwarze. Der Schiefer hier ist kalkiger und hat kaum Ölanteile, dieser Stein verwittert extrem schnell zu Ton, weil er so weich ist. Der Tonschiefer hat im Gegensatz zum Gutswein, der auf vulkanischen Böden wächst, einen deutlich klareren und expressiveren Fruchtausdruck und weniger Wildheit. Viel geschliffener, eleganter, filigraner, die Nase ist neben Feuersteinnoten geprägt von reifen gelben Pfirsichen und Aprikose. Dann feine gelbe Melone, Kiwi, ein Hauch Banane, saftig, auch ein Hauch Orangenschale und Zitrusfrucht, rote Grapefruit, im Mund extrem lebendige Säure, großer Spannungsbogen, viel rote Frucht, blumige Noten, aber sehr schier, sehr geradeaus laufend, sehr viel verschiedene Zitrusfrüchte. Singend im Mund, verspielt, tolle Länge. Großartiger Tonschiefer! 93+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Katalog über: Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein

-- Katalog: -- Gerstl: Da ist schon eine traumhaft feine Mineralität (pfeffrig/rauchig von den Vulkanböden), die Frucht bleibt fein und dezent im Hintergrund, dennoch prägnant. Der Wein vereint die leichtfüssige, unkomplizierte Art des Rieslings mit der Präzision von Dönnhoff. Er besitzt eine noble Struktur, zeigt Tiefe und Charakter, selbst eine gewisse Grösse und Noblesse. Ein Wein, der den Geniesser niemals ermüdet. 17+/20

Mein Winzer

Dönnhoff

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