Riesling Ruppertsberger Gaisböhl G.C. Großes Gewächs 2016

Bürklin Wolf Riesling Ruppertsberger Gaisböhl 2016

BIO

Zum Winzer

98–100
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2018–2025
Verpackt in: 6er OHK
9
mineralisch
frische Säure
3
Lobenberg: 98–100/100
Suckling: 95/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Ruppertsberger Gaisböhl G.C. Großes Gewächs 2016

98–100
/100

Lobenberg: Eine Monopollage von Bürklin Wolf. Buntsandstein, Verwitterung, sandiger Lehm und ein bisschen Kalkmergel. Eine der wärmeren Lagen von Bürklin Wolf. Ein bisschen weiter in der Ebene gelegen, etwas mehr Sonneneinstrahlung pro Tag. Südosthang, zum Glück keine Abendhitze, alte Reben, biodynamisch bewirtschaftet wie alles hier. Der Wein hat, wie alle Grand Crus von Bürklin Wolf, in diesem Jahr nur 12,5% Alkohol, fast 8 Säure und runtergegoren auf minimalsten Restzucker unter 2 Gramm. Bei der Lese hatte der Wein zwischen 90 und 92 Grad Oechsle. Relativ moderate Werte. Es war einfach ein ganz reifes, aber auch kühles Jahr. Der Gaisböhl ist so typisch für Bürklin Wolf, was aber auch klar ist, denn es ist deren Monopollage, deren Vorzeige Grand Cru. Viel Struktur. Spontinase, fast ein bisschen an Nahe erinnernd. Sehr präzise, viel Druck schon in der Nase zeigend. Das ist wahrscheinlich DER Grand Cru von Bürklin, der den meisten Druck aufbaut. Es ist klar bei diesem Buntsandstein, bei dieser Wärme. Und trotzdem ist die Säure mehr auf der Zitrusfrucht als in den anderen Weinen. Wie ich schon sagte, wir haben fast ein wenig einen Nahe-Charakter in der Pfalz. Die Augen ziehen sich zusammen, der Mund zusätzlich. Das ist so druckvoll, so geradeaus und so lang. Läuft ins Salzige, Orangenschale, etwas Mandarine und schmelzige Zitrusfrucht. Das Ganze etwas buttrig ausgepuffert. Das macht schon Freude, das ist delikat und lecker, aber gleichzeitig druckvoll. Im Grunde sehr ähnlich zu einem Grand Cru von Schäfer Fröhlich. Ob seines Druckes liegt er klar vor dem Langenmorgen, der dafür feiner, eleganter, verspielter ist. Am Ende sind sie für mich auf gleichem Level. Das sind zwei große Weine. 98-100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95
/100

Suckling über: Riesling Ruppertsberger Gaisböhl G.C. Großes Gewächs

-- Suckling: The most open of the 2016 GGs from here with lovely peaches and apricots and a creamy, silky texture. Long, gentle finish. Drink or hold. Stuart Pigott 95/100

Mein Winzer

Bürklin Wolf

Bürklin Wolf greift auf eine Historie zurück, die bis ins Jahr 1597 geht. Doch den Status als Primus inter pares verdankt es besonders Bettina Bürklin-von Guradze, die das Weingut seit 1992 leitet.