Riesling Ritsch Großes Gewächs trocken 2021

Carl Loewen

Riesling Ritsch Großes Gewächs trocken 2021

Limitiert

frische Säure
fruchtbetont
mineralisch
97–100
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2051
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–100/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Ritsch Großes Gewächs trocken 2021

97–100
/100

Lobenberg: Ein grauer Devonschiefer und extrem hohe Quarzitgehalte. Quartz ist eines der härtesten Gesteinsarten und wurde von der Mosel kaum abgetragen. Dadurch ist der Boden einer der steinigsten überhaupt. Zudem ist es der zweitsteilste Weinberg an der Mosel, nach dem Bremmer Calmont. Familie Loewen übernahm den Weinberg 1998 und machte 10 Jahre lang nur restsüße Weine aus dieser Lage, weil sie Angst vor der extremen Säure dieses Weinbergs hatten. Ritsch hat immer so immensen Säurezug und schlanken Druck, dass es für einen trockenen Wein fast zu heftig ist. Nach 10 Jahren ohne Dünger und mit sehr vorsichtigem biologischem Weinbau, erreichten die Trauben dann aber ein Level, dass sie bei später Lese doch so gebändigte Säurestrukturen erreichen, um einen großen trockenen und auch noch fein trinkbaren Wein zu erzeugen. Man will ja nicht von der Mineralität überwältigt werden, was beim Ritsch leicht der Fall sein kann. Das Ritsch wurde eine Woche nach dem Maximin Herrenberg gelesen, wirkt aber dennoch viel kühler und steinbetonter in der Nase. Die Lage ermöglicht eben eine extrem späte, ausgedehnte Lese und erhält sich immer diese pikante Säurespur, dass es nie überreif schmecken kann. Das ist schon einzigartig und eine Riesenchance einen so filigranen und dennoch intensiv mineralischen, einschneidenden Wein zu keltern. Ritsch ergibt die puristischsten, elegantesten und filigransten Weine, laut Christopher Loewen in jedem Jahrgang. Ritsch ist so puristisch und klar, läuft auf ganz feiner weißer Frucht mit schlanken gelbfruchtigen Adern. Schießt geradeaus wie ein Pfeil, intensiv, vibrierend, tiefgreifend salzig, karg und abweisend. Ritsch nimmt einen nicht in den Arm, man muss sich dem Wein langsam nähern, immer wieder hineinriechen, reinschmecken, die Nuancen und die Feinheiten erleben. Ganz zart und filigran, aber doch auch sehr intensiv. Der Wein wurde in viertbelegung im Fuder ausgebaut, das gibt ihm nochmal eine ganz leichten Schmelz, den dieser Ritsch gut vertragen kann. Hochfein. Sicher der intelektuellste und anspruchsvollste Riesling bei Loewen, aber vielleicht auch der Größte neben dem völlig anderen 1896. Ritsch 2021 ist ein Wahnsinn. 97-100/100

Mein Winzer

Carl Loewen

Stuart Pigott, der wohl neben Stephan Reinhardt (Parker) bekannteste Weinjournalist mit dem Schwerpunkt "Deutsche Weine", erklärte das Weingut Carl Loewen in der FAZ im November 2017 zum Liebling des Jahres.