Rudolf Fürst

Riesling pur mineral trocken 2016

leicht & frisch
94+
100
2
Riesling 100%
5
weiß
11,5% Vol.
Trinkreife: 2018–2028
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94+/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling pur mineral trocken 2016

94+
/100

Lobenberg: Der „pur mineral“ steht grundsätzlich nur in den ersten und großen Lagen des Weingutes Fürst, das heißt, der „pur mineral“ ist eine Art Vorlese der Großen Gewächse und Ersten Lagen. Der Wein steht wie alles hier auf Buntsandstein. Vom PH-Wert her eigentlich eher dem Rheingau zuzuordnen. Von daher ganz andere Weine wie bspw. der Franke Sauer, der ja auf ganz anderem Terroir steht. Wir sind hier bei Fürst deutlich feiner, und ich habe 2015 schon einen so begeisterten Text über den „pur mineral“ geschrieben, und ihn als einen der besten Gutsweine des Jahres gefeiert. Was soll ich 2016 sagen, wo der Wein in der Nase noch einmal feiner, charmanter und köstlicher ist? Da kann Fürst in diesem Fall nicht besonders viel dazu, denn 2016 mit diesem extrem warmen Indian Summer, der aber gleichzeitig kühle Nächte hatte, gibt diesen tollen Spannungsbogen von sehr reifer, weiniger Säure ohne Säurespitzen und dazu eben diese wunderbare Extraktsüße. Der Wein wurde trotzdem ziemlich weit durchgegoren, etwas über 5 Gramm stehen bei einem Alkohol von ganz moderaten 11,5% zu Buche. Das sind Fabelwerte und genau das, was man möchte für Einstiegsrieslinge. Für einen einfachen Gutswein ist er in der Nase aber einfach extrem duftig, fast viel zu gut. Das geht wohl in schwierigen Jahren schon mal als erste Lage durch. Gar nicht so sehr auf Citrusfrüchte gehend. Viel weiße Frucht, ein bisschen gelbe Frucht. Also Birne, gelbe Melone, Netzmelone und dann der übliche Verdächtige, der 2016er Bratapfel, der sich so durch das Jahr zieht. Dieser feine Boskoop Note. Aber nichts Erdiges, sondern nur diese feine Apfelaromatik mit Birne unterlegt. Das ist wirklich schick. Der Mund: Melone, Quitte, viel Birne und etwas weniger Apfel dahinter. Die Birne auch ein bisschen grün. Schöne Schärfe zeigend. Ein langer, mineralischer Nachhall. Wir sind so schön in der reifen Säure und haben trotzdem einen totalen Spannungsbogen. Ein köstlicher Wein mit einem richtigen Kick. Ja, 2016 vermag in der Tat 2015 zu toppen, weil er einfach genauso spannend ist, und dabei eleganter, feiner, verspielter. Dabei so dramatisch köstlich. Das sind in 2016 wirkliche Saufweine. Es wird das Konsumentenjahr par Excellence. 94+/100

Mein Winzer

Rudolf Fürst

Franken ist Frankreich nicht nur phonetisch ganz nahe. Wer behauptet, dass exzellenter Pinot Noir, also Spätburgunder nur aus dem in Frankreich gelegenen Burgund stammt, hat mindestens die letzte Dekade verschlafen.