Riesling Pechstein Großes Gewächs 2014

Reichsrat von Buhl Riesling Pechstein 2014

BIO

Zum Winzer

98–100
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2018–2045
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 98–100/100
Falstaff: 95/100
Robinson: 18/20
BerlinRieslingCup: 4. Platz
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Pechstein Großes Gewächs 2014

98–100
/100

Lobenberg: Pechstein liegt im Ort Forst. Der Riesling Pechstein Großes Gewächs 2014 ist das mineralischste Große Gewächs vom Weingut Reichsrat von Buhl, ganz auf Basalt gewachsen, also Vulkangestein. Ganztraubenpressung, völlig ohne Maischestandzeit. Eine Nacht abgesetzt. Vergoren zu 1/3 im großen gebrauchten Holz, 2/3 in Stahl. Spontanvergärung. Biodynamischer Weinbau auf dem Weingut Reichsrat von Buhl. Auf der Vollhefe belassen bis zum Sommer des Folgejahres. Das dritte Große Gewächs mit dieser phänomenalen Holzcharakteristik, die in Wirklichkeit keine ist. Ungeheuer tiefer Ausdruck der Lage, des Basalts. Orangenschale neben pinker Grapefruit und Litschi, heller Pfirsich. Sehr viel Stein. Säure von über 9 Gramm, keinerlei Restzucker, 13% Alkohol. Der Wein ist extrem fein und zart. Im Mund der maskulinste Wein. Die Säure kommt hier stärker durch als bei allen anderen Großen Gewächsen. Viel Power, viel Kraft, unterstützt von Feuerstein und scheinbar Holz. Wieder diese pinke Grapefruit, Zitronengras, Assam-Tee. Wenn der Jesuitengarten schon so sexy ist, dann ist das hier beim Pechstein weniger weibliche Verführungskraft, sondern der drahtig schön gebaute Athlet. Ein solcher Kracher im Mund und dabei so sexy charmant. Mit ungeheurer Länge und ungeheurem Zug. Dieser 2014er Pechstein ist einer der ganz großen Weine des Jahrgangs. 98-100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95
/100

Falstaff über: Riesling Pechstein Großes Gewächs

-- Falstaff: Beginnende Würze, pikanter Terpenduft, ein nussiger Unterton und eine Spur Holz, wirkt geradezu schlank im Ansatz, ist aber in seiner zurückhaltenden Art dennoch extraktreich und dicht, entspannt und reich ohne Breite und Beschwerlichkeit, mineralisch, in sich ruhend, seidig, mit feinem Säurefaden, mineralisch durchwirkt. 95/100

18
/20

Robinson über: Riesling Pechstein Großes Gewächs

-- Robinson: Some might call the combination of wet earthy and herbaceous aromas an acquired scent, but I find it very attractive in its idiosyncrasy. Crunchy green fruit and herbaceous elements make quite an impact on the palate, and a gentle sweet note on the tip of the tongue is a conciliatory gesture as herbaceous and earthy mineral notions begin to get a grip. It also appears to rely on a smidgeon of barrique to add to its already impressive substance and potential. (MS) 18/20

4. Platz

BerlinRieslingCup über: Riesling Pechstein Großes Gewächs

-- BerlinRieslingCup: -- BerlinRieslingCup 2014: Platz 4

Mein Winzer

Reichsrat von Buhl

Von 2013 bis 2018 war die Stilistik der von Buhl Weine deutlich geprägt durch niemand geringeren als Mathieu Kauffmann. Der frühere Kellermeister des Champagner-Hauses Bollinger feilte hier an ausgesprochen trockenen und mineralisch geprägten Weinen. Weine puristischer Art!