Schätzel

Riesling Niersteiner Kabinett Aus Ersten Lagen (fruchtsüß) 2019

94–96
100
2
Riesling 100%
5
weiß
8,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2032
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–96/100
Gerstl: 19/20
6
Deutschland, Rheinhessen
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Niersteiner Kabinett Aus Ersten Lagen (fruchtsüß) 2019

94–96
/100

Lobenberg: Das ist der Nachfolger vom Nierstein Kabinett Ortswein, hier ist nun noch mehr Große Lage mit drin. Hauptsächlich Hipping, von dem jetzt deutlich mehr eingeflossen ist. Natürlich auch hier die selektive Handlese mit vielen Durchgängen, um nur die perfekt reifen, goldgelben Beerchen reinzuholen, alles aus biodynamischem Anbau. Die Kabinette stammen in der Regel aus den ersten Lesedurchgängen des Jahres, sodass sich jede Parzelle in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und in unterschiedlichen Reifestadien zeigt, um für große Komplexität zu sorgen. Die Nase ist aktuell von leichten Reduktionsnoten und einem Sponti-Touch geprägt, dieses Kabinett freut sich über viel Luft, dann kommt der Fruchtkern mehr zum Vorschein. Kai Schätzel selbst liebt diese reduktive, leicht stinkige Stilistik (Schäfer-Fröhlich von der Nahe lässt grüßen) beim Kabinett, deshalb forciert er sie auch bewusst. Wer sich daran stört, der sollte den Kabinetten viel Luft und etwas Zeit geben, dann legt sich das. In Anklängen zeigen sich feine Zitrusnoten darunter, süße, reife, in Salz gebeizte Zitrone ist das erste was in den Sinn kommt, etwas Quitte dazu, ein wenig Orangenzeste, auch eine gesteinsmehlige Mineralität deutet sich an. Die Süße bleibt nur dezent untermalend. Schon in der Nase unverkennbar und eindeutig ein Kabinett im Schätzel Style. Der Gaumen zeigt ein feines Spiel aus hefewürzigem Schmelz, kandierter Zitrusfrucht und salzig unterlegtem Säurekick. Frisch, animierend und trinkig, aber dennoch fein verwoben und voll im Saft stehend mit Orange, reifer Quitte, reifer Zitrone und viel, viel salziger Würze, die dem Nierstein Kabinett Flügel verleiht. Schwebend zart, feinsalzig und doch so aromatisch und druckvoll. Wir haben keine störende Süße am Gaumen, nichts ist pappig oder aufdringlich, alles bleibt fein, verspielt und tänzelnd, immer wieder kommt die salzige Zitrone mit Orangenzeste und Honigmelone hoch. Die Augen werden schmal ob dieser intensiven Pikanz der salzigen Frucht, so viel Salzigkeit und würziger Druck bis in den langen, Zitrusfrucht-getragenen Ausklang. Die Kabinette von Kai Schätzel spielen in ihrer ganz eigenen Liga in Rheinhessen, diese Pikanz ist Saar-artig, aber der feine Schmelz und der Fruchtdruck zeigt dann doch die Reife und Wärme des Roten Hangs. Superber, eigenständiger Kabinett-Stoff und dennoch am Ende, und das ist das wichtigste, so leicht und unbeschwert zu trinken. 94-96/100

19
/20

Gerstl über: Riesling Niersteiner Kabinett Aus Ersten Lagen (fruchtsüß)

-- Gerstl: Schon der Duft mit seinem dezenten Anflug von Spontangär-Aromen berührt mich zutiefst. Die Nase wird nur ganz zart berührt, aber die Vielfalt der Duftnuancen ist immens, und die Art und Weise, wie dieser zarte Duft aus der Tiefe kommt, verblüfft mich. Am Gaumen finde ich genau das, was der Duft verspricht: einen Kabinett, wie man ihn sich raffinierter nicht vorstellen könnte. Superschlank, irre rassig und beladen mit einer Aromenvielfalt, die an ein Wunder grenzt. Ein perfekter Kabinett wie dieser gehört zum Faszinierendsten, was Wein bieten kann, so viel Aromatik in so einem superleichten Wein, das ist ein echtes Wunder der Natur. 19/20

Mein Winzer

Schätzel

Kai Schätzel zählt aktuell sicher zur Liga der interessantesten Winzer Rheinhessens. Seit einigen Jahren beobachte ich nun die Weine. Dabei kristallisiert sich mit jedem Jahrgang nach einer experimentellen Anfangszeit ein klarer Stil heraus. Kai Schätzel hat mittlerweile seinen eigenen Stil gefunden...