Clemens Busch

Riesling Marienburg Fahrlay Terrassen Großes Gewächs trocken 2020

BIO

frische Säure
mineralisch
voll & rund
97–100
100
2
Riesling 100%
5
weiß
12,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2053
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–100/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Marienburg Fahrlay Terrassen Großes Gewächs trocken 2020

97–100
/100

Lobenberg: In der Lage Fahrlay stehen auf den oberen Terrassen uralte Reben, viele davon in Einzelpfahlerziehung, viele davon wurzelecht. Komplett blauer Schiefer, sehr hartes, etwas feuchtes Gestein, das sehr salzige, karge und steinige Weine hervorbringt. Die Fahrlay Terrassen sind komplett nach Süden ausgerichtet, nur terrassierte Parzellen. Die einzelnen Terrassen werden nach ihrer Reife unterschiedlich behandelt. Teilweise Maischestandzeiten bis zu 15 Stunden während des Pressvorgangs bei maximal 0,4 Bar Druck. Teilweise aber auch nur kurze Standzeiten. Immer zu 100 Prozent botrytisfrei. Natürlich biodynamische Arbeit, spontan vergoren und der Ausbau wie immer im alten 1000 Liter Fuder. Direkt nach dem Marienburg probiert, der vom grauen Schiefer kommt, ist diese Auslese aus den Fahrlay Terrassen vom blauen Schiefer ein richtiger Paradigmenwechsel. Das feuchte Gestein kommt zuerst aus dem Glas, es schlägt einem fast ins Gesicht. Zitronengras, Limettenschale, weißer Pfeffer, dann viel weißer Pfirsich, fast etwas burgundisch anmutend, blonder Tabak und etwas Heu. Hochintensiv, reich und reif am Gaumen, aber es bleibt ohne Fett oder Wärme. Schiebt schon mächtig an, aus dem hochkonzentrierten wunderbar fruchtigen Kern. Dann kommt hinten raus ein Zug ohne Ende, griffige Phenolik die sich in ganz feinem Salz auflöst. Immer wieder schieben sich neue aromatische Wellen heran, saftig, pikant, würzig, steinig, salzig, alles wechselt sich ab. Es vibriert und spielt. Intensiv und feinfruchtig, total reif und durchaus kraftvoll, aber dabei so verspielt und tänzerisch, dass es eine Freude ist. Viel blaue Frucht im Nachhall, dann wieder Mirabellendruck. Vielschichtig und lang, enorm komplex. Die herbe Adstringenz des Blauschiefers wird hier bei den Terrassen von einer reifen, samtigen und einnehmenden Frucht etwas abgepuffert, da zeigt sich die etwas höhere Reife, der Wein wirkt ruhiger und erhabener als der sehr energetische Fahrlay. Das ist Moselriesling par excellence. Nicht ganz so nahe an der Perfektion wie 2019 wahrscheinlich, aber ein Hammer im Kontext des schlankeren Jahrgangs. Für Finesse-Trinker vielleicht sogar vor 2019? 97-100/100

Mein Winzer

Clemens Busch

Das Weingut von Clemens Busch liegt im malerischen Pünderich am Anfang der Terrassenmosel. Seit 1986 arbeiten Rita und Clemens Busch hier nach strengen Kriterien des ökologischen Weinbaus, was sie sich inzwischen auch haben zertifizieren lassen.