Riesling Marienburg Fahrlay Großes Gewächs 2021

Clemens Busch Riesling Marienburg Fahrlay 2021

BIO

Zum Winzer

96–98
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2050
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
voll & rund
frische Säure
3
Lobenberg: 96–98/100
Meininger: 96/100
Parker: 93–95/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Marienburg Fahrlay Großes Gewächs 2021

96–98
/100

Lobenberg: Es handelt sich hier um überwiegend alte und uralte Reben. Einzelpfahl dabei, wurzelecht. Es ist komplett blauer Schiefer, hartes Gestein, etwas feucht. Er ist immer sehr salzig und etwas karg dazu. Komplett botrytisfrei geerntet und noch mal ausgeputzt. Biodynamische Bewirtschaftung, spontan vergoren im Fuder wie immer. Sehr verspielte und hochfeine Nase von Wildblüten durchzogene Nase, Veilchen, Cassis und ganz feine Zitruseinsprengseln darunter. Leichte, noble Reduktion wie sie nicht untypisch ist für blauen Schiefer. Auch weiße Johannisbeere und eine leichte Ingwerschärfe. Der Mund ist ein Ritt auf der Rasierklinge, mit wahnsinnigem Druck und Zug, helle Frucht, Limette, schlanke Litschi auch Cassis, sehr kompakt und unglaublich stramm. Die Salzigkeit ist irre, schmeckt wie flüssiges Gestein. Immens geradeaus, stringent, kühle, säurebeladen und immens frisch. Das ist Blauschiefer-Riesling in seiner puristischsten, klarsten Form. Keine Zugeständnisse an den braven Massengeschmack, ein Gesteinshammer für echte Mosel-Freunde. Vibrierend, zupackend. Der Wein lässt mich nicht mehr los, nimmt alles in Beschlag mit seiner wahnsinnigen Säurefrische und schieferwürzigen Tanninstruktur. Es folgt ein Finale, das keine Gefangenen macht. Ein großer Wein, aber nichts für Zartbesaitete. Für Riesling-Asketen genau das richtige, um voll auf Touren zu kommen. 96-98/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

93–95
/100

Parker über: Riesling Marienburg Fahrlay Großes Gewächs

-- Parker: The 2021 Marienburg GG Fahrlay is enormously pure and flinty on the intense and almost iodine nose that reveals stony and phenolic aromas with mocha notes. Lush and very elegant on the palate, this is a round, intense, textured and balanced Fahrlay with ripe and piquant yet elegant acidity intermingled with young, phenolic grip and mineral tension. With less than seven grams per liter of residual sugar, this is possibly the driest GG of the vintage here. Tasted as a sample at the domaine in July 2022. 93-95/100

Mein Winzer

Clemens Busch

Das Weingut von Clemens Busch liegt im malerischen Pünderich am Anfang der Terrassenmosel. Seit 1986 arbeiten Rita und Clemens Busch hier nach strengen Kriterien des ökologischen Weinbaus, was sie sich inzwischen auch haben zertifizieren lassen.