Riesling Hipping Großes Gewächs 2020

Schätzel: Riesling Hipping Großes Gewächs 2020

BIO

Zum Winzer

97–98
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
11,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2054
Verpackt in: 6er
9
leicht & frisch
mineralisch
3
Lobenberg: 97–98/100
Meininger: 96/100
Suckling: 95/100
Gerstl: 19+/20
6
Deutschland, Rheinhessen
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Hipping Großes Gewächs 2020

97–98
/100

Lobenberg: Alle Großen Gewächse werden hier in bis zu sechs Lesedurchgängen, jeweils im goldgelben Reifezustand geerntet, mindestens aber drei Durchgänge pro Weinberg. Nichts wird zu lange hängen gelassen. Überreife kommt hier gar nicht ins Haus, sonst könnte Kai auch nicht diese extrem niedrigen Alkoholgrade von 11.5% vol. in den GGs halten Es muss total on point gelesen werden. Die Trauben werden mit den Füßen eingemaischt, was die Rappen völlig unverletzt lässt und somit werden auch keine grünen Gerbstoffe extrahiert. Dann steht es einige Tage unter Trockeneis auf der Maische. Es wird hier nicht geschwefelt – das erfolgt erst kurz vor der Füllung, manche Partien bleiben sogar ungeschwefelt, wenn sie in Balance bleiben. Dies ist hier möglich, da der Keller kühl ist und weil Kai mit niedrigen pH-Werten arbeitet, somit besteht keine Gefahr. Schätzel kann man im Grunde nur mit einigen anderen Naturwinzern wie Peter Jakob Kühn im Rheingau oder Teschke, dem Silvaner-Winzer aus Rheinhessen, vergleichen. Aber er ist natürlich völlig anders als diese beiden, hat seinen ganz eigenen Plan entwickelt, den er über die Jahre mit seinen akribischen Erfahrungswerten so entwickelt hat, dass er heute genau steuern kann wo seine Weine hingehen. Selbst mit minimalem Schwefeleinsatz. Wenige arbeiten so präzise im Weinberg und im Keller, es ist immer ein Gesamtkonzept bei Kai. Der Wein ist so puristisch in der Nase. Stein, Salz, ganz viel florale Noten, sogar frische grünliche Noten, etwas Efeu, grüne Quitte. Ganz viel Stein und reifes Steinobst. Und wäre da nicht der explosive Fruchtmund würde man diesen Wein als karg beschreiben. Es ist schon wild und griffig im Mund, die Textur ist der Wahnsinn, wie rauer gelber Samt, der auf der Zunge vibriert. Wie ein wummernder Bass aus Mineralität. Aber dieses vom roten Stein kommende, explosive, fast rotfruchtige, drückende, mit einer unglaublichen Salzspur ins Extreme ziehende. Verbleibt lange im Mund und hinterlässt einen unglaublichen Eindruck aus dieser Aromenvielfalt. Was für ein Kracher, aber in totalem Charme. Bei aller Eleganz und einem Alkohol von gerade mal knapp 11.5% vol., die Phenolik und das Salz schaffen die Balance. Hipping braucht etwas mehr Zeit als der Ölberg in seiner teeigen Kräuterigkeit, die viel mehr Charme ausstrahlt. Dennoch weit von der zugenagelten Art früherer Tage entfernt. Es wirkt frankophiler, umarmender, schon etwas zahmer als früher. Kai ist angekommen auf einer Stabilität, was die Weine angeht, aber auch seine Ideen. Er hat ein sehr festes Bild von dem, was er tut, und das schmeckt man. Es ist immer noch ganz anders als nahezu alle anderen Rheinhessen GGs, schmeckt mehr nach Natur, man muss sich darauf einlassen können. Aber die Substanz ist da. Ein mutiger und berührender Wein. 97-98/100

95
/100

Suckling über: Riesling Hipping Großes Gewächs

-- Suckling: I love the stunningly fresh and subtle pineapple character of this sleek and extremely elegant riesling GG. Breathtaking wet stone minerality at the extremely long finish. From biodynamically grown grapes. No sulfites added. Unfiltered. Drink or hold. 95/100

19+
/20

Gerstl über: Riesling Hipping Großes Gewächs

-- Gerstl: Der Duft zeigt sich Anfang Juli immer noch sehr hefig, dahinter schlummert ein Duft mit grosser Viel-falt, die Aromen sind aber nur angetönt. Am Gaumen sind die Konturen schon deutlicher, Mineralität drückt dem Wein den Stempel auf, die geniale Säure ist eingebunden in cremigen Schmelz, auch hier sind die Aromen noch von der Hefe geprägt. Die immense Komplexität zeigt sich aber eindrück-ich, da steckt gewaltig Potenzial drin, es besteht kaum ein Zweifel, dass dieser Wein eines Tages die 20-Punkte-Vollendung erreichen wird. (mg) 19+/20

Mein Winzer

Schätzel

Kai Schätzel zählt aktuell sicher zur Liga der interessantesten Winzer Rheinhessens. Seit einigen Jahren beobachte ich nun die Weine. Dabei kristallisiert sich mit jedem Jahrgang nach einer experimentellen Anfangszeit ein klarer Stil heraus. Kai Schätzel hat mittlerweile seinen eigenen Stil gefunden...