Riesling Oberhäuser Brücke (Versteigerungswein) Großes Gewächs 2015

Dönnhoff Riesling Oberhäuser Brücke (Versteigerungswein) 2015

Zum Winzer

99–100
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2018–2050
Verpackt in: 6er
9
unkonventionell
frische Säure
mineralisch
3
Lobenberg: 99–100/100
Suckling: 96/100
Parker: 94/100
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Oberhäuser Brücke (Versteigerungswein) Großes Gewächs 2015

99–100
/100

Lobenberg: 13% Alkohol, 4,5-5g Restzucker, 8g Säure. Diese Oberhäuser Brücke hat es zuletzt Ende der 80er Jahre als Spätlese trocken gegeben. Jetzt das erste Mal als Großes Gewächs ist es aber nur ein Fuder, also eine Minimenge. Ob wir was davon bekommen ist ganz offen. Sehr schöne, fast rotfruchtige Nase, Mandarine und Orange. Eine deutlich tiefer gelegene Lage in Flussnähe, hier kommen immer die besten Süßweine bis zum Eiswein her. Untergrund ist Schiefer mit reichlicher Lössauflage, also etwas fetterer und reicherer Boden, was immer voluminösere und kräftigere Weine ergibt. Durch diese Bodenbeschaffenheit gab es keinerlei Trockenstress in dieser Lage. Normalerweise ist es Dönnhoffs Lage für beste Süßweine, aber dieser unerwartete 2015er hat eine so dramatische Intensität, sowohl in der Nase als auch im Mund. Es drückt und schiebt alles. Was für ein Kracher, die Brücke liegt in der fruchtig explosiven Intensität noch oberhalb des Dellchens, ohne jedoch ganz dessen Feinheit zu erreichen. So viel Dampf und immenser, rotfruchtiger, fast warmer Schmelz und fast Süße ausstrahlend. Irgendwie wie eine trocken-süße Auslese, viskos und voller Schmelz. Die Augen ziehen sich zusammen, der Wein ist unendlich lang. Das ist ein Unikat, was es vielleicht dann in den nächsten 20 Jahren auch nicht mehr gibt. 2015 war hier nur so perfekt, Helmuth und Cornelius konnten der Versuchung einfach nicht wiederstehen. Super Stoff und das vierte potenzielle 100 Punkte Gewächs bei Dönnhoff. 99-100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

94
/100

Parker über: Riesling Oberhäuser Brücke (Versteigerungswein) Großes Gewächs

-- Parker: The auctioned 2015 Oberhäuser Brücke Riesling GG has been made for the first time since 1998. The wine has a very clear, pure and stony bouquet with some nutty or almond flavors and reveals great finesse and freshness, but is more closed and masculine than the other crus. Full-bodied, intense and elegant on the palate, this is a powerful, vital, tightly woven and racy Riesling with grip, tension and more body and tannins. This is a more rural type of Riesling for a Riesling-lover who prefers richer, more full-bodied and powerful wines--other Dönnhoff wines are more on the bright, finessed and dancing style. It was picked very late--the latest of all the dry crus. It was picked a few days after the Spätlese and Auslese, since there was almost no botrytis or frost to produce a noble sweet wine or even an Eiswein. Total production: roughly 1000 liters. 94/100

Mein Winzer

Dönnhoff

Den heilige Gral des deutschen Rieslings – nicht wenige Liebhaber verorten ihn bei den Dönnhoffs im Nahetal. Helmut Dönnhoff gehört völlig ohne Zweifel zu den fünf besten Weißwein-Erzeugern des Erdballs und ist heute eine lebende Riesling-Legende. Sein Sohn Cornelius hatte also große Fußstapfen zu...