Schäfer Fröhlich

Riesling Großes Gewächs Frühlingsplätzchen trocken 2020

Limitiert

voll & rund
mineralisch
97–99
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2049
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–99/100
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Großes Gewächs Frühlingsplätzchen trocken 2020

97–99
/100

Lobenberg: Das in Monzingen gelegene Frühlingsplätzchen steht komplett auf rotem Schiefer. Mit die ältesten Reben, die Tim Fröhlich überhaupt hat – 55 bis 60 Jahre. Sehr tief unten hängende Trauben. 2012 hat er den Weinberg so umgestellt. Neue Pfähle, neue Drahtrahmen, Laubwand etwas weiter nach oben gezogen. Das Lesegut war perfekt reif in 2020, die Trauben stramm und knackig, gefühlt sehr kühl. Die Erntemenge war etwas geringer als in 2018 und 2019. Tim Fröhlich hat die Weine schon im April von der Vollhefe auf die Feinhefe abgezogen dieses Jahr, um diese kompakte Feinheit zu erhalten. Zudem braucht der Jahrgang weniger Restzucker. Die Weine hatten ihre Balance seiner Meinung nach in sehr niedrigen Restzuckerbereichen gefunden in 2020. Die Nase ist Tim Fröhlich, so gar nicht zu verkennen in der reduktiven, kühlen Spannung. Aber die Nase ist auch typisch Rotschiefer. Nicht so floral und duftig wie es an der Mosel ist, sondern hier an der Nahe durch die Quarzitadern ist es ernsthafter, kühler. Und Rotschiefer bringt in der Tat auch ein bisschen rote Frucht mit, Preiselbeere und Wildkirsche, wild und würzig. Abgefahrener Stoff, weil es einerseits druckvoll und reif und dennoch kühl und elegant, feinziseliert und rassig ist. Herb und dunkelwürzig. Das ist puristischster Riesling, aber dermaßen genial. Nur 3 Gramm Restzucker, was eigentlich extremistisch klingt bei Fröhlichs Säurezug. Doch die Trauben waren so reif, das Ganze wirkt so balanciert, schmelzig und fein, dass es weder Zucker noch Holz braucht. Das steht von ganz alleine in seiner puren, unverfälschten, wilden Art. Dazu dieser totale Gesteins-Ausdruck, der für Tim Fröhlich so typisch ist. Echt intensiver Stoff in der Nase. Keine Exotik, keine Botrytis, eindeutig und klar. Zwingend und kompromisslos. Im Mund ein bisschen Kumquat und wieder ein bisschen schlanke, blaue Waldbeeren im Finale. Feine Rauchigkeit und große Länge. Kumquat und Orangenzesten ziehen sich hinten raus mit Steinsalz unterlegt. Das ist schon faszinierend, wie anders das Frühlingsplätzchen von Tim Fröhlich im Gegensatz zu dem Exemplar von Schönleber wirkt. Beide sind genial, aber eben ganz anders. Fröhlichs Frühlingsplätzchen ist sehr eigenständig, rauchig-wild, charakterstark, vibriert in salzig-stahliger Finesse. 97-99/100

Mein Winzer

Schäfer Fröhlich

Seit 1800 betreiben Fröhlichs Weinbau an der Nahe. Tim Fröhlich bewirtschaftet zusammen mit seiner Familie das 16 Hektar große Weingut. Die Lagen mit ihren unterschiedlichen Gesteinsböden bilden das Fundament für unverwechselbare, authentische Rieslinge.