Riesling Dellchen Großes Gewächs 2017

Dönnhoff Riesling Dellchen 2017

Limitiert

Zum Winzer

98–100
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2045
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
frische Säure
exotisch & aromatisch
3
Lobenberg: 98–100/100
Pirmin Bilger: 20/20
Suckling: 100/100
Gerstl: 20/20
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Dellchen Großes Gewächs 2017

98–100
/100

Lobenberg: Das Dellchen steht auf grauem Schiefer mit Porphyr. Eine große Mulde mit Terrasse und Amphitheater-Charakter. Durch die Erosion liegt auf dem Schiefer eine felsig geröllige und dunkelsandig krümelige Schicht. Deswegen ist das Dellchen insgesamt ein bisschen fetter als die anderen GGs bei Dönnhoff. Immer exotischer in der ausladenden Frucht. Die Füße stehen aber ganz klar im Schiefer. Die mineralische Dominanz ist somit eindeutig. Die Nase dieses Dellchens ist total von Sponti-Noten dominiert. Auch Gäraromatik von den eigenen Hefen. Aber viel Volumen aus dem Glas steigend, viel Druck. Reiche, süße Grapefruit, pinke Grapefruit, Boskoop Apfel, Melone, viel Schub, fast wie vom Kalkstein mit viel Salz. Der Mund fast ausgewogen. Schöne Säure, schönes Spiel, gute Länge, sehr mineralisch. Der Wein ist nicht so exotisch wie er häufig ist, er hat keine Marcacuja oder Mango, d.h. er ist komplett sauber gelesen. Hat 2017 mehr eine große Mineralität und eine Erhabenheit. Eine Wucht mit Feinheit. Für ein Dellchen erstaunlich clean, sauber und frei von Botrytis. Es muss sich in diesem Jahr dem Felsenberg aber beugen. Der Felsenberg ist in diesem Jahr einer der Superstars. Das Dellchen ist der Verfolger hinter der Hermannshöhle und hinter dem Felsenberg. 98-100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

20
/20

Pirmin Bilger über: Riesling Dellchen Großes Gewächs

-- Pirmin Bilger: Aufgrund des Frostes hat das Weingut Dönnhoff ca. 30% Verlust erlitten. Sehr steile Lage mit Terassen mit Schiefer links und rechts Vulkangestein durch die Erosion hat der Boden ein Mix aus Schiefer und Vulkangestein. Das Bouquet zeigt eine zart wärmere Aromatik und offenbart nicht nur frische Zitrusfrucht, sondern auch die verführerischen exotischen und erscheint dadurch etwas femininer und runder, aber überhaupt nicht fett. Dieses Duftbild widerspiegelt auf eindrückliche Weise auch die Aromatik am Gaumen. Cremig weicher und mit gutem Schmelz ausgestatteter Andrunk. Ausladende Frucht nacht Zitrone, Pfirsich und zarte Ananas im Hintergrund. Wirkt aber immer saftig Frisch und zeigt dadurch eine gute Säurestruktur. Eine gute mineralische Balance mit der Frucht bringt zusätzlich Spannung in dieses hochstehende Weinerlebnis. 20/20

100
/100

Suckling über: Riesling Dellchen Großes Gewächs

-- Suckling: An enormous spectrum of fruit aromas, from peaches through grapefruit to wild strawberries and pineapple. However, that doesn't prepare you for the mind-blowing concentration and brilliance on the palate. Extremely filigree finish, in spite of the profound minerality. From organically grown grapes. Fair'n Green certification. Drink or hold. Limited production. (Stuart Pigott) 100/100

20
/20

Gerstl über: Riesling Dellchen Großes Gewächs

-- Gerstl: Jetzt schnuppere ich am Dellchen und der Duft ist in der Tat noch eine Spur charmanter, die Art und Weise, wie der die Nase streichelt, ist total faszinierend, was ist das doch für ein verführerisches, die Sinne berauschendes Parfüm. Am Gaumen kommt die total Feinheit, da ist alles nochmals eine Spur zarter als beim Felsenberg, dadurch verliert der Wein aber rein gar nichts von seiner Vielfalt, da sind 1000 Raffinessen versammelt, da kann man nur ungläubig staunen. Was dieses so sagenhaft zarte Pflänzchen in Sachen Aromatik für einen Tanz aufführt, lässt sich mit Worten nicht beschreiben, das ist ganz klar etwas von Eindrücklichsten, was trockener Weisswein kann. 20/20

Mein Winzer

Dönnhoff

Den heilige Gral des deutschen Rieslings – nicht wenige Liebhaber verorten ihn bei den Dönnhoffs im Nahetal. Helmut Dönnhoff gehört völlig ohne Zweifel zu den fünf besten Weißwein-Erzeugern des Erdballs und ist heute eine lebende Riesling-Legende. Sein Sohn Cornelius hatte also große Fußstapfen zu...