Recis Spätburgunder Retzbacher Benediktusberg Erste Lage

Rudolf May

Recis Spätburgunder Retzbacher Benediktusberg Erste Lage 2016

seidig & aromatisch
strukturiert
fruchtbetont
98+
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot
13,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2040
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 98+/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Recis Spätburgunder Retzbacher Benediktusberg Erste Lage 2016

98+
/100

Lobenberg: Von 20 Jahre alten Reben auf extrem kargem, steinigem Untergrund, reiner Muschelkalkboden. Nur französische Klone, Dijon 667 und 777, das sind die bekanntesten und bewährtesten Burgunder-Klone, auf Empfehlung von Paul Fürst gepflanzt. 25 bis 30 hl/ha Ertrag von sehr kleinen Beeren. Zu einem Teil entrappt, zu einem Teil als Ganztraube im Holzgärständer spontanvergoren, dann mit der Holzspindelpresse abgepresst und für 20 Monate im 2/3 neuen Barrique ausgebaut, bis kurz vor der unfiltrierten Füllung auf der Feinhefe. Nicht nur das beste Klonmaterial aus dem Burgund, sondern auch der extrem harte, karge Boden und die Steillage mit reiner Südneigung sind hier der Ausgangspunkt für diesen grandiosen Spätburgunder. Wir haben einige Jahrgänge dieses Weines zurückprobiert und diese Lage zeigte einige Eigenarten, die wir auch von Burgunderwinzern kennen, nämlich deutliche Cassis und Johannisbeernoten, sehr prägnant in der hohen Intensität, dazu salzig, fast eine gewisse Schärfe im Tannin. Das liegt aber auch ein bisschen an den Rappen, die Nase ist jedenfalls total faszinierend, eine typische Meo Camuzet-Nase, voller Intensität. Selbst das vermeintliche schwächere Jahr 2014 zeigte schon eine verblüffende Süße in der enormen Cassis-Nase, sodass ich sogar nach Verfügbarkeiten fragte, 2016 gibt es glücklicherweise noch etwas, und das ist auch noch der größere Wein. Sicherlich das beste Rotweinjahr in Franken bisher. Gott, die Nase ist so betörend. Der Mund ist überhaupt nicht fett, sondern fein, aber hochintensiv, saftig, dicht und gut strukturiert. Rote und schwarze Kirsche, Sauerkirsche, auch wieder Cassis, sehr lang, Salz kommt hoch, auch diese leichte Würzigkeit aus den Rappen. Das ist Franken von seiner besten Seite, dieser Recis kann ohne weiteres in die Phalanx der Weine von Fürst auf rotem Buntsandstein mithalten. Das ist erste Reihe deutscher Pinot Noirs, und während ich das spreche rollt der Wein immer wieder hoch, hallt mit Cassis und Sauerkirsche immer wieder nach. 2016 wird ca. 2022 – 2023 so langsam in die Trinkreife kommen und dann locker 15, vielleicht 20 Jahre schön bleiben und sich zunehmend verbessern. Das ist wirklich ein Gedicht von einem Pinot Noir in dieser Feinheit, dieser aromatischen Komplexität. Der Wein muss sich bei diesem Endverbraucherpreis weder in Deutschland noch im Burgund irgendwo verstecken, das ist sogar eigentlich ein ausgesprochenes Schnäppchen. 98+/100

Mein Winzer

Rudolf May

Rudolf May aus dem kleinen Winzerörtchen Retzstadt, nördlich von Würzburg, ist ein ruheloser Geist. Immer auf der Suche nach den kleinen Veränderungen, die seine Arbeit perfektionieren.

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