Marc Morey

Puligny Montrachet 1er Cru Pucelles 2019

voll & rund
mineralisch
frische Säure
97–98+
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß
13,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2049
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98+/100
6
Frankreich, Burgund, Cote d'Or
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Puligny Montrachet 1er Cru Pucelles 2019

97–98+
/100

Lobenberg: Die Weinbergsbearbeitung geschieht biologisch-organisch. Das Weingut vergärt ausschließlich spontan mit natürlichen Hefen. Keine Maischestandzeit und kein Schalenkontakt, Fermentation und Malo in Barriques. Die Village und 1er Crus werden zu rund einem Viertel im neuen Holz auf der Feinhefe ausgebaut, manchmal findet eine Batonnage statt. Ich bin durchaus sehr begeistert von der Kollektion 2019, vor allem Virondot und Vergers sind schon ein Hammer. Und dann kommt Pucelles und pustet alles weg. Unfassbar. Noble Reduktion in der Nase, strahlend, kristallin, steinig, ungeheuer konzentriert in einem dichten Kern aus heller, weißer Frucht, aber ohne jeden Anflug von Fruchtigkeit. Zitruszesten, Kreideschärfe, fast karg, aber zugleich elegant und einnehmend. Im Mund dominiert der Eindruck fruchtbefreiter Frucht - falls es so etwas gibt - noch mehr. Alles drückt sich nur in feinen Nuancen aus und streift die Zunge eher, als sie wirklich voll zu treffen. Austernwasser, grüne Aprikose, etwas Limettenzeste, alles ist in Salz und Kreide aufgelöst. Immense Länge mit einem nachhallenden, geradezu elektrisierenden Spiel von Mineralität, Tannin, Phenolen und Säure, das auf der Zunge kreise zu ziehen scheint. Die Augen werden schmal und die Zunge rollt sich. Der gesamte Mundraum wird belegt von der hohen Intensität. Wenn ein Wein das Wort „Grip“ physisch spürbar werden lässt, dann ist es Pucelles. So ist es meist bei Leflaive und so ist es auch bei Marc Morey. Die famose 2019er Säure lasert das Holz einfach weg. Ein Wein, der in jeder Hinsicht nochmal einen draufsetzt, aber wohl eine Dekade braucht, um diese hohen Amplituden, die in alle Richtungen ausschlagen, schlüssig in sich zu vereinen. Ein Muss für Sammler, denn 2019 hat das Potenzial sich ganz ähnlich grandios wie 2010 und 2017 zu entwickeln. Alle Anlagen sind definitiv da, mehr als das, kommt noch eine hedonistische und emotionale Komponente hinzu, die es für einen wirklich genialen Jahrgang eben auch braucht. Alles rollt immer wieder hoch, Salz, Tanningrip, helle Frucht, selbst nach Minuten steht der Eindruck noch im Mund. Was für eine Rakete! Puligny hat es wirklich extrem gut getroffen in 2019. 97-98+/100

Mein Winzer

Marc Morey

Die Domaine Marc Morey gehört wie der Namensvetter Bernard Morey zu den kleinen, traditionellen, sagenumwobenen Edel-Erzeugern für die absolute Oberliga der weißen Chassagne- und Puligny-Montrachet. Das beste Terroir der Bourgogne und extrem aufwändige Arbeit im sehr ertragsbeschränkten Weinberg,...