Franz Keller

Oberrotweiler Eichberg Spätburgunder Großes Gewächs trocken 2018

seidig & aromatisch
strukturiert
98–99
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot
12,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2046
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 98–99/100
Gerstl: 19+/20
Decanter: 96/100
Suckling: 96/100
Parker: 93–94/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Oberrotweiler Eichberg Spätburgunder Großes Gewächs trocken 2018

98–99
/100

Lobenberg: Für die Spätburgunder des Weinguts Franz Keller möchte ich eine generelle Bemerkung zur Aromatik und zur einzigartigen Wesensart machen, um die Erwartungen der Genießer besser zu justieren und um Enttäuschungen zu vermeiden. Diese Weine um Oberbergen sind ob des vulkanischen Terroirs einzigartig. Unverwechselbar wie die Weine von der Ahr, einzigartig und wegen ihres speziellen Fruchtausdrucks und des speziellen Terroirs sehr ursprünglich deutsch in ihrer Art, niergendwo anders zu verorten. Sehr dunkel, schwarze Frucht, sehr kühl, krautwürzig, etwas spröde und schlank im Körper, nur moderat in der Süße, extrem verspielt und elegant, voll zarter Finesse, klar deutsche Spätburgunder. Keineswegs wollüstige Charmeure wie das Burgund oder pfälzisch badische rotfruchtige, kirschfruchtige, süße Burgundertypen. Keller ist genial und unique, aber eben ganz anders, die Weine brauchen Zeit, beeindrucken schwer ob ihrer abgehobenen Finesse, aber sie umarmen den Genießer nicht. 2018 ist ein Traumjahr der deutschen Winzer für Rotweine. Das Weingut Franz Keller, in Person des Oenologen, Weinmachers und Sohn des Hauses Friedrich Keller, hat im Laufe des letzten Jahrzehnts einen atemberaubenden Fortschritt gemacht. Das liegt sicherlich in erster Linie an Friedrich, der der beste Freund von Julian Huber ist und mit allen Topwinzern des deutschen Rotweins sehr gut verbandelt ist. Das gemeinsame Studium in Geisenheim hilft sicherlich auch. Und wenn in früheren Jahren beim Vater Fritz Keller der Ansatz im Bereich der Spätburgunder mir persönlich etwas zu lieb und brav war, so gibt es hier inzwischen wirklich einschneidende Veränderungen. Hier werden immer mindestens 35, manchmal 40 Prozent Rappen zur Vergärung hinzugefügt. Die burgundischen Klone sind gut 25 Jahre alt, die deutschen Klone deutlich älter. Die Methode wie bei allen Spitzengütern inzwischen: Immer abwechselnd geschichtet Ganzrauben und entrappte Beeren. Wenig Unterstoßen, mehr Überschwallen. Purer schwarzer Boden. Die wärmste Lage bei Franz Keller. Die Bepflanzung ist eine Mischung aus deutschen und französischen Klonen. Immer eine sehr starke Ausrichtung zu Mineralität und Feuerstein. Eichberg hat eine relativ helle Farbe und eine sehr starke Duftigkeit. Rauch, aber auch viel rote Kirsche. Etwas Schlehe, Feuerstein. Auch im Mund viel Kirsche. Rote und schwarze Kirsche. Eisen, Hagebutte, eingekochte Zwetschge. Schöner Mokka-Touch, Espresso. Erdig, drückend, tief und profund. Das hatte er 2017 auch schon. Eine leicht wilde Note, eine Würze. Wie schon 2017 auch rohes Fleisch. Der Mund ist sehr fokussiert, sehr gerade. Immer wieder etwas Salz und rote Kirsche dazukommend. Ich hätte in einer Blindverkostung nicht gedacht, dass hier 50 Prozent deutsche Klone enthalten sind. Im Mund ist er doch schön burgundisch. Zwar zart, aber rotfruchtig. Er macht richtig Freude. Im Nachhall etwas Lakritze, Cranberry. Ein sehr eigenständiger Wein. Das faszinierende an ihm ist, dass er so unglaublich lecker ist. Nein, wir sind hier nicht in der rotfruchtig burgundischen Dimension von Rings, Fritz Becker oder Huber. Wir sind überhaupt nicht burgundisch. Wir sind in einem eigenen kleinen Universum. So wie das Fürst schon war, so wie das die Ahrweine sind, so ist dieser Bereich von Franz Keller auch unqiue. Eine völlig eigene Stilistik. Aber trotzdem macht der Wein unglaublich viel Spaß. 98-99/100

19+
/20

Gerstl über: Oberrotweiler Eichberg Spätburgunder Großes Gewächs trocken

-- Gerstl: Dieser Duft geht sofort in die Tiefe, da sind faszinierende Terroiraromen ohne Ende, die genialen Fruchtnuancen halten sich dezent im Hintergrund, das ist ein herzerfrischender Strahlemann und sehr edel im Ausdruck. Herrlich saftiger Auftritt, samtiger Gaumenfluss, verführerischer Schmelz ohne Ende, das ist ein ganz grosser, die Sinne berauschender Pinot, geniale rot und schwarzbeerige Frucht mit einem eindrücklichen mineralischen Fundament, das ist ein wahres Meisterwerk in Sachen Aromatik. 19+/20

96
/100

Decanter über: Oberrotweiler Eichberg Spätburgunder Großes Gewächs trocken

-- Decanter: The first whiff of flinty reduction gives way to an emollient yet fresh creaminess that holds aromatic notions of peony and smoky cherry. The palate is bright, fresh and crunchy - in a distinct rejection of what the Kaiserstuhl used to stand for. This is the new Baden: taut, precise, stony and fresh. The Eichberg with its mix of basaltic volcanic formations underneath a thin loess topsoil seems to give a racy energy to this and Friedrich Keller made sure to capture the fruit at a point of vivid freshness. The elderberry finish is lovely, lasting and aromatic. 96/100

96
/100

Suckling über: Oberrotweiler Eichberg Spätburgunder Großes Gewächs trocken

-- Suckling: Deep and dark with a complex interplay of bitter chocolate, smoke and lemon-zest freshness, this is a stunningly concentrated and vibrant pinot noir that lifts you off your feet at the simultaneously 'sweet' and mineral finish. Drink or hold. 96/100

93–94
/100

Parker über: Oberrotweiler Eichberg Spätburgunder Großes Gewächs trocken

-- Parker: Friedrich Keller's 2018 Eichberg Spätburgunder GG is an amazing cru from the Kaiserstuhl and remains one of my Baden favorites. It comes from horizontally terraced vineyards on dark volcanic soils, and the bouquet is pure, deep, coolish and even flinty but also fine, ripe and concentrated, just perfectly precise. On the palate, this is a bright, fresh, mineral, very pure and salty, silky-textured and nervy but tensioned and thrilling Pinot with fine but firm tannins and ripe, concentrated and juicy fruit. The finish is very long, fresh and aromatic as well as stimulatingly salty. This is an impressively fresh and finessed Eichberg, which used to have more power than finesse in the old days. Tasted as a barrel sample in Bremen, April 2020. 93-94/100

Mein Winzer

Franz Keller

Franz Keller. Ein Name, eine Legende. Nach dem Krieg entdeckte Franz Keller seine Leidenschaft für Wein. Unter anderem fing er mit seinem Weinhandel an, Weine aus Bordeaux zu importieren.

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