Schätzel

Niersteiner Silvaner Aus Ersten Lagen trocken 2019

94–95+
100
2
Silvaner 100%
5
weiß
11,0% Vol.
Trinkreife: 2020–2031
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95+/100
Gerstl: 19+/20
6
Deutschland, Rheinhessen
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Niersteiner Silvaner Aus Ersten Lagen trocken 2019

94–95+
/100

Lobenberg: Wächst zu 100% im Hipping, der Silvaner ist ein besonderes Anliegen des Hauses und bekommt die volle Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit, die ihm in den Augen von Kai Schätzel gebürt. Hier wird versucht ein Silvaner auf GG Niveau zu erzeugen, auch wenn Silvaner in Rheinhessen vom VDP nicht als GG zugelassen wird. In diesen Parzellen des Hipping stehen nur eigene Schätzel-Klone in 30-40 Jahre alten Rebanlagen mit kleinen, dickschaligen Beeren. Wie immer alles aus biodynamischer Bewirtschaftung. Nach der selektiven Handlese in mehreren Durchgängen und 5-6 tägigen Maischestandzeiten, währenddessen die Maische mit den Füßen untergestoßen wird. Dann wird das Ganze mitsamt allen Trubstoffen ohne Filtration in die spontane Gärung im Fass gegeben, verbleibt dort ohne Abstich für 10 Monate auf der Vollhefe mit allen natürlich ablaufenden Prozessen wie BSA usw., alles kann ungestört ablaufen. Die Rebsorte Silvaner profitiert in Kais Augen sehr von einer naturbelassenen Behandlung mit nur minimaler Filtration oder vielleicht sogar ganz ohne Filtration, dass er seine Eigenständigkeit bewahrt, Silvaner kann schnell langweilig und beliebig werden. Aber hier soll bewusst ein hochwertiger, markanter Lagenwein erzeugt werden, der die Typizität der Sorte, der Böden und der Ortschaft Nierstein ausdrückt. Und das kann der Silvaner genau wie der Riesling, wenn er die Leidenschaft und Hingabe bekommt, die er braucht. Wir kennen das aus Franken. Die Nase zeigt eine zurückhaltende, noble Frucht, etwas Quitte und mürber, gelber Apfel, eine zarte Würze, fast etwas Muskat, liegt darunter. Über allem schwebt der charakteristische, hefig-würzige Schleier, der viele Schätzel Weine kennzeichnet. Die Nase ist sehr ausgewogen, ohne laute Frucht, ohne Holzeinfluss, nichts drängt sich auf, alles wirkt in sich gekehrt und ruhend. Tolle Balance und eine fast Riesling-artige Erhabenheit zeigend, die weit über das hinausgeht, was man so oft mit einfachen Silvanern verbindet. Bereits in der Nase spürt man die Tiefe, die ruhende Kraft und die Komplexität, die diesem Niersteiner innewohnt. Feine Kräuterigkeit gesellt sich zur gelbwürzigen Frucht, was für eine spannende Nase. Hier gibt es viel zu entdecken, trotz der eher puristischen Linie des Hauses. Der Gaumen zeigt eine tiefe Silvaner-typische Würze, feinkräutrig mit Kerbel, ganz zarten Nuancen von Liebstöckel, etwas grünem Tee, dann zieht sich eine knackige Zitrusfrische nach, gelber Apfel, gelbe Melone, fast ein Touch Grapefruit, etwas frischer Tabak. Aktuell sehr würzig und mineralisch geprägt mit tiefer Salzspur, die sich über den Gaumen zieht. Tabakig, kühl und würzig im griffigen, leicht gerbstoffigen, lange nachhallenden Ausklang. Saftiger gelber Pfirsich, ganz reife Grapefruit und viel, viel Salz und Kräuter, die den Charakter dieses Weines prägen und ganz eindeutig die Herkunft aus dem Hipping unterstreichen. Die Rebsorte Silvaner ist hier nur das Werkzeug, um die herausragende Lage Hipping und den Freistil des Weinguts Schätzel auszudrücken. Ein großer Terroir Wein, eigenständig und markant, mit viel Substanz und innerer Spannkraft für ein langes Leben. Mit zunehmender Reife tritt hier eine ganz große Feinheit und Noblesse zu Tage, die man einem Silvaner gar nicht zutrauen würde, und das alles ohne seine Frische und seinen lebendig saftigen Stil zu verraten. 94-95+/100

19+
/20

Gerstl über: Niersteiner Silvaner Aus Ersten Lagen trocken

-- Gerstl: Nach dem sensationellen Gutswein legt dieser Nierstein Riesling noch eine Steigerung hin. Bei einer ähnlichen Stilistik ist alles nochmals intensiver und tiefgründiger. Absolut beeindruckender Terroir-Ausdruck. Die Frucht setzt nur ganz zarte Akzente. Viel mehr kommen noble Kräuter und delikate Fliederaromen zum Vorschein. Am Gaumen fasziniert zuerst ein cremiger Schmelz, der durch die Säure zunehmend ins Saftig-Frische wechselt. Zitrische Aromatik verbindet sich wunderschön mit den Terroirnoten, das ergibt eine gewaltig vibrierende Kraft am Gaumen. Im Abgang rücken nochmals die mineralisch würzigen Komponenten in den Vordergrund. Ein grosser Riesling mit noblem Charakter.

Mein Winzer

Schätzel

Kai Schätzel zählt aktuell sicher zur Liga der interessantesten Winzer Rheinhessens. Seit einigen Jahren beobachte ich nun die Weine. Dabei kristallisiert sich mit jedem Jahrgang nach einer experimentellen Anfangszeit ein klarer Stil heraus. Kai Schätzel hat mittlerweile seinen eigenen Stil gefunden...