Schätzel

Naturweiss Gutswein trocken 2020

exotisch & aromatisch
leicht & frisch
unkonventionell
93
100
2
Müller Thurgau, Riesling, Silvaner, Weißburgunder
5
weiß
10,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2030
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 93/100
6
Deutschland, Rheinhessen
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Naturweiss Gutswein trocken 2020

93
/100

Lobenberg: Wie immer alles aus biodynamischer Bewirtschaftung. Die unterschiedlichen Moste werden alle zu 100 Prozent rein spontanvergoren, größtenteils in deutschen Stückfässern und Halbstückfässern. Das ist kein Orangewein im eigentlichen Sinne, auch wenn die Maischen unterschiedlich lange Standzeiten gemacht haben und teilweise Ganztrauben in Traubensäcken in die gärenden Moste gegeben wurden. Beizeiten mit den Füßen untergestoßen, damit die gesamte Gärung quasi unter einer natürlichen CO2-Schutzschicht unter Sauerstoffabschluss stattfindet und der Most vor Oxidation geschützt ist. Also kein reiner Orangewein, keine Oxidation, dennoch alles so naturbelassen wie möglich, das war die Idee hinter diesem spannenden Wein. Kai Schätzel und seine Kellermeisterin Madeline Stößel haben hier ihrer Experimentierfreude freien Lauf gelassen, aber alles tip-top clean, stabil und reintönig. Das sorgt dann für eine erfrischende, klare Nase von einem optisch eher trüben Wein und das ist genau die Idee hinter dem Naturweiss. Den Wein zwar so naturbelassen wie möglich zu erzeugen, aber dennoch eine Präzision, Frische und die puristische Linie auszudrücken für die Schätzel steht. Hier sind Maische-Anteile drin, zudem leicht geschwefelte Anteile, sowie ungeschwefelte und auch ein paar Partien, die unter Florhefe gereift sind, wie im Jura oder Sherry üblich. Alle Experimente, die Kai in den letzten Jahren in kleinen Teilen gemacht hat, finden jetzt hier ein schlüssiges Ziel. Auf einen total stabilen, für jeden zugänglichen Naturwein hat er hingearbeitet und jetzt 2020 ist er erstmals mit einem Blend aller Teile genau dort angekommen, worauf er jahrelang hingearbeitet hat. Die zurückgenommene Frucht drückt sich durch zart aprikosige Anklänge aus, Orangenschale, ein Touch Grapefruit, frische Quitte, Zitronengras, alles eingehüllt in einen prägenden Hefeschleier, der die Nase mit feiner Würze unterlegt. Wir haben keine laute Frucht, aber eine trinkanimierende, tonische Frische mit knackiger Präsenz in der Nase. Den Gaumen kleidet der Naturweiss mit einnehmendem Schmelz aus, Grapefruit- und Orangenfrische wechseln sich mit zarter Aprikose und gelbem Pfirsich ab. Die deutlich vorhandene und sehr präsente Frische baut sich auch aus der optimalen Reife der Frucht und der Hefewürze auf. Ein kleiner Bitterorangentouch sorgt im Finish für mundwässernde Saftigkeit bis in den feinsalzigen Nachhall. So kann Naturwein auch sein, nein so sollte Naturwein eigentlich sein, mit frischer Frucht, knackigem Trinkfluss und salziger Würze, ganz ohne Volatilität, sondern mit Präzision, Frische und der unverkennbaren Schätzel Handschrift. Natural ist im Gutswein angekommen. Und was manch Leser jetzt nicht glaubt: Der Wein ist dazu nicht nur spannend, sondern auch noch saftig und unglaublich lecker. 93/100

Mein Winzer

Schätzel

Kai Schätzel zählt aktuell sicher zur Liga der interessantesten Winzer Rheinhessens. Seit einigen Jahren beobachte ich nun die Weine. Dabei kristallisiert sich mit jedem Jahrgang nach einer experimentellen Anfangszeit ein klarer Stil heraus. Kai Schätzel hat mittlerweile seinen eigenen Stil gefunden...

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