Silvaner Maustal Großes Gewächs 2018

Zehnthof Luckert Silvaner Maustal 2018

BIO

Zum Winzer

96–98
100
2
Silvaner 100%
5
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2044
Verpackt in: 6er
9
voll & rund
3
Lobenberg: 96–98/100
Weinwisser: 18+/20
Elias Schlichting: 94–97/100
Parker: 93/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Silvaner Maustal Großes Gewächs 2018

96–98
/100

Lobenberg: Maustal ist ein Amphitheater an den Mainhängen südlich von Sulzfeld. Süd-südöstliche Ausrichtung, also Morgensonne, aber keine Abendhitze, wie im Burgund. Dazu karger Muschelkalkboden und alte Reben. Zertifiziert biologische Weinbergsarbeit. Spontane Vergärung und Ausbau auf der vollen Hefe im traditionellen Doppelstückfass aus Spessarteiche. Ganz dem Luckert‘schen Stil entsprechend weht hier keine Fruchtbombe aus dem Glas, sondern eine eher zurückhaltende, weiße, elegante Frucht, durchaus noch etwas von der spontanen Gärung und der Malo im Holz geprägt. Nicht übermäßig expressiv also, aber bereits viel Tiefe und Struktur anzeigend, sehr dezent und trotz der Tiefe gewissermaßen filigran wirkend. Am Gaumen schlägt dann schon ein klein wenig mehr Frucht durch, Melone, Anklänge von Quitte und Birne, ein zarter mineralischer Nerv durchzieht das Ganze. Die Säuren sind wie immer moderat und auch die Phenolik hält sich in Grenzen für ein GG, schwingt nur ganz zart im Ausklang mit. Der Wein ist eher als ganzheitliches, haptisches Strukturerlebnis zu verstehen, vielleicht ein wenig wie die Weine von P.J.Kühn, obwohl hier nicht mit einem so extrem langen Hefelager gearbeitet wird. Der Gaumen zeigt viel Schmelz, eine seidige Textur, die man so vielleicht eher im Elsass oder dem Burgund erwarten würde, ein ganz anderer Silvanerstil als das in Franken sonst so üblich ist. Eine ganz eigenwillige, und durchaus markante Handschrift verfolgt die Familie Luckert. Trotz der cremigen Haptik sind die Weine niemals schwer oder belastend, sondern bleiben frisch und filigran, gewissermaßen tänzelnd, trotz der satten Dichte. Ein großer, eigenständiger Silvaner, der nicht nur auf Grund seiner Herkunft vom Muschelkalk durchaus mit einem weißen Burgunder verglichen werden kann. Superber, etwas aus der Reihe tanzender Stoff. 96-98/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

18+
/20

Weinwisser über: Silvaner Maustal Großes Gewächs

-- Weinwisser: Dichtes Bouquet, reichhaltig mit steiniger Kulisse, nur ein Hauch Mirabelle schwingt als Fruchtkomponente mit. Dicht und kraftvoll gewoben geht es am Gaumen weiter mit der Fülle, Würze und Pikanz, wie man sie hier gewohnt ist. Eng verwobener Silvaner, der fast an einen grossen Weissen Burgunder denken lässt. Auch in diesem Jahr ganz weit vorne, Platz 1 ex aequo mit Rainer Sauers «Am Lumpen 1655». 18+/20

93
/100

Parker über: Silvaner Maustal Großes Gewächs

-- Parker: The 2018 Silvaner Maustal GG is coolish and discreet on the complex and slightly flinty nose that also delivers more Assmann oak aromas than the other Silvaners. Full-bodied, intense and complex on the juicy palate, this is a lush, very refined and elegant as well as structured Sylvaner with a long and salty finish. It's still young and firm, with delicious richness but also finesse and stimulating, lingering salinity. Tasted in January 2020. 93/100

Mein Winzer

Zehnthof Luckert

Das Weingut Luckert ist ein echtes Familienunternehmen. Aktuell wird es von Ulrich, Wolfgang und Sohn Philipp Luckert und deren Familien geleitet. Ulrich hat beim Fürstlich Castell’schen Domänenamt gelernt, Wolfgang beim Würzburger Bürgerspital, Philipp bei Fürst in Bürgstadt.