Domaine Definitely Red

Le Blanc 2019

Limitiert

mineralisch
exotisch & aromatisch
unkonventionell
97–98
100
2
Clairette Blanche 100%
5
weiß
14,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2037
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Le Blanc 2019

97–98
/100

Lobenberg: Der Wein Le Blanc von Definitely Red hat ein witziges Etikett, weil darauf einfach nur DEF RED in gelb gedruckt ist, was sonst in Rot draufsteht, das Ganze mit Wachskapsel versiegelt. 2019 ist nach 2017 der zweite Jahrgang in weiß. 100% Clairette, ein Kuriosum. 35 Jahre alte Reben, das Ganze als Ganztraube eingemaischt, mit Füßen gestampft und im oben offenen Barriquefass mit Stilen, Stängeln und Schalen eingemaischt und für 8 Tage angären lassen. Dann manuell per Hand abgepresst und wieder zurück ins Barrique geschöpft. Der zweite Teil der Gärung inklusive Malo fand dann im Barrique statt. Der ganze Prozess findet im Freien statt, das heißt wir haben tagsüber ansteigende Temperaturen und nachts kommt dann die Kühle, das ist ein Zuwachs an Finesse, den man so gar nicht ahnen würde. Der Ausbau findet komplett in Zweitbelegung in Barriques von Guigal statt. Als Erstbelegung lag der Hermitage Blanc Ex Voto darin, also keine schlechte Basis. Clairette, diese Zauberrebe, die von vielen für minderwertig gehalten wurde, aber die die Basis für die besten Châteauneufs ist. Hier bei Andreas Lenzenwöger sind es sogar 100%. Clos des Papes, Clos Caillou, alle laufen auf Clairette. Eine Art eierlegende Wollmilchsau wie Chenin Blanc oder Gutedel oder Trebbiano….daraus gibt’s viel Mist aber auch mit die besten Weißweine der Welt, je nachdem welcher Genius im Weinberg und Keller was draus macht. Also eine Rebsorte, die von ganz schwach bis Weltklasse alles kann. Die Nase ist eine Mischung aus reifer Birne, aus saftiger Quitte, feine Minze darunter, auch etwas weißer Pfeffer, ein Hauch Orangenschale. Sehr viel Gripp im Mund, eine massive Salzfracht, auch hier wieder diese Quitte mit Orangenschale und eine wunderbare Honigspur mit Karamell auf Quitte und Birne laufend. Mit einer grandiosen Länge und viel Salz. 2019 sogar mit noch mehr Grapefruit- und Limettenfrische als 2017. Das ist ein grandioser Weißwein und im ersten Moment gar kein Weißwein, den ich so sehr hier in Châteauneuf verortet hätte. Wenn da Gourt de Mautens auf dem Etikett stehen würde, hätte ich es besser verstanden. Andreas Lenzenwöger ist der Zauberer, der auch die Cuvée A Tempo bei Pegau als Weißwein aus der Traufe gehoben und vinifiziert, ja sogar erfunden hat. Man merkt was für ein Talent dieser Winzer hat. Er war früher Winemaker in der Südsteiermark auf dem Sattlerhof, das bürgt für viel Erfahrung und Experimentierfreude. Der Wein hört gar nicht mehr auf während ich hier spreche, endet hintenraus wieder mit dieser wunderschönen Orange, hat vielleicht sogar einen ganz kleinen Hauch exotische Ananas im letzten Nachhall, das gibt ihm eine kleine Wende. Ein bisschen weißer Pfirsich nimmt ihn mit zu einem Hauch Burgund, also Gourt de Mautens gepaart mit einem Touch Puligny Montrachet, dazu 2019 diese extreme Mineralität, Frische und cool-climate Ausprägung a la Priorat, richtig spannend, und 2019 mit klar mehr Gripp und etwas mehr gewinnbringender Schaligkeit als 2017, etwas extremer, weniger Holz trotz Barriqueausbau und Barriquevergärung (Säure frisst Holz), aber dadurch letztlich auch etwas besser. Etwas gemein für Pegau zu sagen, dass der 19er fast auf dem gleichen Level ist wie der A Temo, aber es ist ja der gleiche Winzer und das hier ist eben genau mein Wein. Großes Jahr, großer Wein! Zudem ein echter Freakstoff, ganz außer der Spur. 97-98/100

Mein Winzer

Domaine Definitely Red

Andreas Lenzenwöger ist ein totaler Weinfreak und Weinbergsworkaholic … und besessen von Perfektion im Weinberg, Fass und Keller. [...]

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