La Ca' Nova Di Rocca: Barbaresco 2022

La Ca' Nova Di Rocca: Barbaresco 2022

Zum Winzer

Nebbiolo 100%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2036
pikant & würzig
fruchtbetont
tanninreich
Lobenberg: 93+/100
Galloni: 91/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barbaresco 2022

93+
/100

Die Trauben kommen aus den Lagen Ovello, Cole und Loreto (der ein kleiner Teil des Ovello ist) – hier haben wir Nachmittagssonne. Die Böden sind in all diesen Lagen sehr kalkhaltig. 35 Tage auf den Traubenschalen mazeriert, dann nach der Gärung 14 Monate lang im großen Stockinger Fass ausgebaut – das sind zwei Monate kürzer als 2021. Anschließend folgen 13 Monate Flaschenlager, bevor der Wein in den Verkauf kommt. Mittleres, leuchtendes Rubinrot. Konzentrierte, vibrierend intensive, reife rote Kirsche mit einem Hauch Minze, zart schwebenden ätherischen Kräutern und dunklem Gesteinsmehl, das an Granit erinnert. Die Würze geht in Richtung süßer brauner Gewürze wie Muskatblüte und Sternanis, die den Wein aromatisch so verführerisch machen, auch etwas Kerzenwachs kommt hinzu. Im Mund gehen griffige, fein strukturierte, leicht körnige Tannine Hand in Hand mit roter Kirschfrucht und klirrend frischen roten Johannisbeeren. Im Nachhall bleibt die Beerenfrucht und die salzige Kalkstein-Mineralik im Mund. Ein vibrierender, klarer und linearer Barbaresco von einem der Finesse-Winzer der Ortschaft. In diesem intensiven Jahrgang verlangt der Wein nach einem Essensbegleiter, der hilft, seine Struktur zu zügeln.

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

91
/100

Galloni über: Barbaresco

The 2022 Barbaresco is a fine entry-level offering from La Ca' Nova. Bright red-toned fruit and floral notes give this mid-weight Barbaresco plenty of up-front appeal. All the elements are very nicely balanced. There is a bit of grippiness on the finish that requires aeration, but that is the style of the year in many wines. The straight Barbaresco is a blend from parcels in Ovello, Cole and Loreto.,,,

Mein Winzer

La Ca Nova

Das Weingut La Ca’Nova Rocca in Barbaresco flog bis vor kurzem noch völlig unter dem Radar. Die Trauben kommen mittlerweile hauptsächlich von alten Reben, welche Qualität und Konzentration hervorbringen.

Barbaresco 2022