Hanspeter Ziereisen

Jaspis Pinot Noir Zispin trocken 2019

strukturiert
seidig & aromatisch
frische Säure
97–100
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2046
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–100/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Jaspis Pinot Noir Zispin trocken 2019

97–100
/100

Lobenberg: Das Rebalter beträgt hier um die 55 Jahre, alles gepflanzt von 1965 bis Ende der 60er Jahre. Auf einer 100% Kalksteinunterlage, reiner Fels. Ausbau in 20% neuem Holz von 225 Litern Fassungsvermögen über einen Zeitraum von 21 Monaten. Hier sind wir bei 50% Ganztraubenanteil mit den Füßen angequetscht, allerdings haben Ziereisens eine Lesemannschaft, die geschult ist die Rappen an der richtigen, verholzten Stelle abzuschneiden. Selektierte, später hinzugefügte Rappen lehnt Hans Peter ab, da sie seiner Meinung nach durch das vorherige Abbeeren zu stark verletzt werden und dann „grüne“ Aromen abgeben. Über diese Praxis gibt es unterschiedliche Ansichten, Fürst, Huber, Ziereisen machen es so, aber viele Weingüter in Deutschland und dem Burgund geben weiterhin nachträglich selektionierte Rappen hinzu. Hans Peter Ziereisen vergärt diesen Wein spontan im geschlossenen Gärtank, denn er ist der Meinung, dass eine offene Maischegärung, wie sie häufig in Deutschland durchgeführt wird problematisch ist, da sie Aromen freisetzt, die er nicht mag, die Kirschfrucht wird eher erdbeerig. Man sollte in seinen Augen entweder geschlossen oder in sehr großen offenen Gärgebinden, wie im Burgund, vergären, weil die Gärtemperatur hier höher geht und man dann eine Burgunderaromatik bekommt. Diese deutsche Fruchtaromatik kommt häufig von zu niedrigen Gärtemperaturen. J.B. Becker im Rheingau vergärt nicht nur geschlossen, sondern sogar in einem Drucktank, eine tradierte deutsche Methode, die komplett in Vergessenheit geraten ist, aber bei ihm super Ergebnisse hervorbringt. Allein die Nase ist schon beeindruckend, dunkel, hochintensiv, viel Rappenwürze und dunkle Mineralität, die an einen Corton oder Bonnes Mares erinnert. Gleichzeitig unglaubliche Frische ausstrahlend. Dann kommt die Frucht mit richtig sattem Schub aus Holunder und Schwarzkirsche, auch Noten von Eukalyptus und Minze darüber, Pfeffer Reminiszenzen an Syrah von der Côte-Rotie in diesem kräuterigen, dunkelbeerigen Touch unter einer sehr klaren, strahlenden Kirschfrucht. Druck, Länge, Eleganz, dunkel und würzig. Alles ist total seidig, nur fein. Im Mund dann an die gradlinige Feinheit eines Volnay erinnernd. Und dennoch hat er wieder ein paar Ecken und Kanten mit dieser wunderbaren Würze an der Seite. Auch dieser Jaspis von Ziereisen muss länger in der Flasche verweilen bevor er perfekt ist. Ich würde ihm bescheidene 15 oder 20 Jahre im Keller gönnen. Jetzt schon bald trinkreif, kann er mit Flaschenreife einfach noch dramatisch besser werden. 97-100/100

Mein Winzer

Hanspeter Ziereisen

Den in Mischwirtschaft betriebenen Hof seiner Eltern wollte der gelernte Zimmermann Hanspeter Ziereisen zunächst nicht weiter führen, zu mühsam war der Broterwerb als Landwirt im Spargeldominierten Markgräflerland.