Immich-Batterieberg: Riesling Escheburg Ortswein 2024

Immich-Batterieberg: Riesling Escheburg Ortswein 2024

BIO

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
11,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2039
mineralisch
exotisch & aromatisch
leicht & frisch
Lobenberg: 94+/100
Suckling zu 2023: 94/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Escheburg Ortswein 2024

94+
/100

Lobenberg: Die Vorselektion aus den Top-Lagen des Hauses, also eigentlich ein klassischer Zweitwein der Grands Crus. Ellergrub, Batterieberg, Steffensberg. Aber Zweitwein wird diesem Stoff kaum gerecht, denn auch er stammt aus rund 80 Prozent wurzelechten, alten Reben von mindestens 60 Jahren. Kurze Maischestandzeiten von ein paar Stunden, dann ziemlich cloudy von der Presse direkt in die gebrauchten Barriques und 100 Prozent spontan vergoren. Alte Barriques, kein neues Holz, es geht nur um die Mikrooxidation und nicht um die Holzaromatik. Wie immer recht geringe Erträge aus den alten Stöcken, dadurch bekommt der Wein auch diese Konzentration. Sehr interessanter Frucht-Twist aus grünem und gelbem Steinobst, Birne, Granny Smith, Bergminze und Limette, auch Grüntee. Diese grünliche Spannung in der satten, dichten Gelbfruchtigkeit ist typisch für Immich. Der ganze Mundraum wird eingenommen, hohe Intensität in gelber Frucht, aber kein fett, es bleibt rassig und von feiner Schieferwürze getragen. Vibrierender, mundwässernder Abgang mit viel Zug und genug Druck, um auch als Speisebegleiter zu brillieren. Ohnehin gehören die Weine von Immich eigentlich an den Tisch, das sind keine leichten Zechweinchen, obwohl sie so niedrig im Alkohol sind. Ein sehr schicker, eleganter und zugleich hochintensiver Mosel-Riesling.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Verkostungsnotiz
94
/100

Suckling zu 2023 über: Riesling Escheburg Ortswein

-- Suckling zu 2023: Pretty closed, with an intense flinty character in the first moment, this needs some aeration to bring out the stone fruit, caramelized pear and pie crust aromas. Concentrated and creamy, with a deep well of minerality, this de facto village wine has stunning depth and finesse on the medium-bodied palate. Then the almost endless finish knocks you sideways. From organically grown grapes grown in all the top sites of Enkirch, with the Ellergrub slightly in the majority. Drink or hold. Screw cap.

Mein Winzer

Immich-Batterieberg

Gernot Kollmann, den winzerischen Kopf hinter Immich-Batterieberg, kennt in der Weinszene fast jeder, denn er ist einer der besten und erfahrensten Winemaker der Mosel. Auf Immich-Batterieberg, einem der ältesten Weingüter der Region, hat er eine würdige Werkhalle seine großen Weine zu schmieden.

Riesling Escheburg Ortswein 2024