Hermitage blanc Miaux 2021

Ferraton Pere et Fils

Hermitage blanc Miaux 2021

98–99
100
2
Marsanne 100%
5
weiß
Trinkreife: 2024–2040
Verpackt in: 12er
3
Lobenberg: 98–99/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Hermitage blanc Miaux 2021

98–99
/100

Lobenberg: 2021 ist das ein famoser Marsanne, ein grandioser Weißwein. Satte weiße Blüten, Nashi-Birne, gelbe Williams Birne, Litschi, helle Quitte und Zitronengras. Regen auf staubiger Straße. So eine feine Mineralität darunter! Der Wein strahlt eine hohe Intensität aus und ist mit einem grandiosen Charmefaktor gesegnet. So viel reiche weiße Frucht und trotzdem so schlank und voller Finesse. Irgendwo ein Idealbild eines Silvaners und eines Chenin Blanc darstellend. Marsanne kann so genial sein! Ein perfekter Extrakt aus einem großen deutschen Weißburgunder. Grandiose Länge im Mund, mit hoher Mineralität. Salz und weißer Weinbergspfirsich. Obwohl Marsanne grundsätzlich keine hohe Säure mitbringt, hat dieser Wein eine unglaubliche Frische und Länge. Zitronengras und salzige, an Kreide erinnernde Mineralität. Alles steht für Minuten, trotzdem bleibt der Wein fein und weißfruchtig. Ja, die ideale Symbiose von großen Weißburgundern und Silvanern. In dieser Feinheit einfach nur sehr, sehr schick. Nicht weit entfernt von den großen, weißen Ermitage von Chapoutier. 98-99/100 *** Es gibt insgesamt nur einen halben Hektar von diesem Lieu-dit Les Miaux. Biodynamische Bearbeitung. Der Wein besteht zu 100 Prozent aus Marsanne. Die Trauben werden im Weingut direkt abgepresst und zu 100 Prozent in neuen Demi-muids mit 600 Litern Fassungsvermögen vergoren. Der Ausbau geschieht anschließend im Stahltank. Im Grunde ist das ein Turbolader des Crozes-Ermitage Le Grand Courtil.

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

Mein Winzer

Ferraton Père et Fils

Samuel Ferraton, Vertreter der vierten Generation im Weingut, gab 1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit.