Grüner Veltliner Reserve Kremser Alte Reben 2020

Josef Schmid Grüner Veltliner Reserve Kremser Alte Reben 2020

BIO

Zum Winzer

93
100
2
Grüner Veltliner 100%
5
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2032
Verpackt in: 6er
9
voll & rund
mineralisch
3
Lobenberg: 93/100
6
Österreich, Kremstal
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Grüner Veltliner Reserve Kremser Alte Reben 2020

93
/100

Lobenberg: 60 Jahre alte Reben. Ganztraubenpressung mit kurzer Maischestandzeit. Dadurch leicht phenolische Elemente. Ein Hauch Bitterstoff und Tannin, was dem Wein sehr gut bekommt. Der Wein gewinnt dadurch etwas mehr Kraft und ist etwas muskulöser oder drahtiger. Feine Mineralik, etwas Blütenduft, dann rauchig-blättrige Schattierungen, nasses Gras, Anis, Fenchel, auch Fruchttöne, wie Renetten, Melonen und grüne Äpfel; spannt einen weiten Bogen und überzeugt mit Mineralität, Würzefülle und einem harmonisch langen Ausklang. 93/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Josef Schmid

Seit 1865 steht das Weingut in Stratzing bei Krems im Eigentum der Familie Schmid. Ursprünglich ein gemischt landwirtschaftlicher Betrieb, wurde vor rund 20 Jahren der Entschluss gefällt, sich ausschließlich auf den Wein zu konzentrieren.