Gimmeldinger Mandelgarten Riesling Erste Lage 2018

Müller Catoir: Gimmeldinger Mandelgarten Riesling Erste Lage 2018

BIO

Zum Winzer

94–95
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2019–2029
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95/100
Suckling: 95/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gimmeldinger Mandelgarten Riesling Erste Lage 2018

94–95
/100

Lobenberg: In der Parzelle von Müller Catoir im Mandelgarten haben wir Buntsandstein und darüber eine Löss-Lehm-Auflage, insgesamt ein sehr steiniger, eher warmer Weinberg im sonst eigentlich etwas kühleren Gimmeldingen. Das ergibt immer extrovertierte, etwas exotische Weine. Durchgegoren auf unter 2 Gramm Restzucker bei 13% vol. und knapp 7 Gramm Säure. Die Nase ist typisch Gimmeldingen, unheimlich duftig, exponiert, leichte Exotik darin, Orangenzesten, Ananas, schöner, süßer Sommerapfel, reife Netzmelone, fruchtstark, mit viel Charme kommend, schöner Schmelz. Obwohl komplett durchgegoren zeigt er eine sehr schöne Extraktfruchtsüße. Im Mund dann deutlich mehr Druck aus von der Nase erwartet, viel Schub, gelbe und ein wenig rote Frucht, erstaunlich viel Druck. Das ist kein ganz großer Wein, nicht ganz auf dem Niveau der Ersten Lagen bei Christmann, aber eben auch nicht weit davon entfernt. Und vor allen Dingen sehr stylisch, feinsalzig, vielleicht ein klein wenig zu rund in diesem reifen Jahr 2018, um in die oberste Riege der Erste Lagen Rieslinge aufzusteigen, aber klar ist dass er in Jahren wie 2016 und 2017 dadurch auch unglaublich viel Charme ausstrahlt. Auch hinten raus kommt die wunderbare Extraktsüße, es fehlt ein ganz klein bisschen Druck im Mittelbau, um ganz in die erste Reihe vorstoßen zu können, aber dennoch ein famoser Wein und ein toller Erfolg. 94-95/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95
/100

Suckling über: Gimmeldinger Mandelgarten Riesling Erste Lage

-- Suckling: Beautiful flint and chalk character, creating a real sensation of freshness and minerality on the nose. Lemon curd and plenty of earl-grey and green tea are in no short supply. The medium-to full-bodied palate is vertical and tense with gleaming acidity and a colorful, building finish. Drink in 2021. 95/100

Mein Winzer

Müller Catoir

Seit 1744 in Familienbesitz – aktuell in neunter Generation geführt – zählt das Weingut zu den traditionsreichsten Weingütern der Region. Auf derzeit 21 Hektar Rebfläche werden Spitzenweine von internationalem Rang erzeugt.