Michel Tardieu - Gigondas und Rasteau

Gigondas Vieilles Vignes 2020

BIO

voluminös & kräftig
pikant & würzig
97–99
100
2
Grenache 90%, Mourvedre 5%, Syrah 5%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2053
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 97–99/100
6
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gigondas Vieilles Vignes 2020

97–99
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Im Süden hatten die Reben deutlich mehr mit Trockenstress zu kämpfen, weil hier im Sommer nur wenige Millimeter Regen fielen. Aber besonders die Reben auf Lehmböden und die alten, tiefwurzelnden Rebstöcke, konnten das Ganze gut wegstecken. Probleme gab es erst während der Lese, weil es um den 20. September relativ starke Regenfälle zwischen 40 und 60 Millimetern pro Quadratmeter gab. So kann man durchaus unterscheiden zwischen Weinen, die vor dem Regen gelesen wurden und jenen, die erst danach den Weg in die Keller fanden. An der Südrhône erinnert 2020 sehr an 2018. Wir haben eine sehr saftige und reiche Frucht, aber nicht dieses extrem Fette, ja fast Dramatische, aus 2019. Im Süden ist es – anders als an der Nordrhône – eher kein klassischer, sondern ein saftiger, fruchtstarker Jahrgang wie 2018, der auch schon ziemlich perfekt gelungen war. In Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Der Gigondas von Tardieu kommt von fünf verschiedenen Plots. In den letzten Jahren wurde die Auswahl der Plots etwas verändert, man hat sich mehr auf höhere Lagen konzentriert. Die Plots liegen zum Teil auf mittlerer Höhe, also ungefähr dort wo Saint Cosme liegt. Der Rest in den obersten Bereichen der Appellation, wo La Bouïssière seinen Sitz hat. 90 Prozent Grenache, fünf Prozent Syrah und fünf Prozent Mourvèdre. Die Grenache und die Mourvèdre sind 60 bis 100 Jahre alt, die Syrah über 40 Jahre. Der Wein hat 14,5 Volumenprozent Alkohol. Drei Viertel der Trauben werden nicht entrappt. Das Ganze wird im Beton spontan vergoren. Danach erfolgt der Ausbau für zehn Monate in Barriques mit Zweit- und Drittbelegung. Anschließend wird der Wein für weitere zehn Monate in Fuder von Stockinger gelegt. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die authentischen Burgunderflaschen gefüllt werden. Ab dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält. Der Wein hat eine sehr präzise und geradeauslaufende Nase. Dass drei Viertel der Trauben nicht entrappt wurden, ist kaum zu spüren. Die Rappen waren hochreif. Der Wein ist burgundisch. Eigentlich Morey-Saint-Denis, mit schwarzer Kirsche immer geradeauslaufend. Ganz sauber definiert. Nicht fett, sondern nur seidig, mit hochintensiver schwarzer Frucht. Darunter Veilchen und eine feine Lakritzspur. Sehr frischer Mund, hier kommen die Rappen zum Vorschein – toll! Rote Frucht, Schattenmorelle und auch ein bisschen gelbe Frucht. Die Rappen kommen in Form von krautwürziger Frische, Kräuter der Provence. Viel Zug zeigend. Grandioser, frischer Wein, mit Länge und schöner krautwürziger Mineralität hintenraus. Ein leichter Hauch von Grün aus den Rappen passt hervorragend in diese Gemengelage. Die Tannine sind geschliffen und weich, trotzdem hat der Wein eine unglaubliche Spannung und Dichte. Ich muss am Ende überlegen. Wahrscheinlich ist der Gigondas sogar größer als der Rasteau aus eigenem Haus. Ganz hervorragender Stoff, der den grandiosen Gigondas von Saint Cosme und Perrin kaum nachsteht. 97-99/100

Mein Winzer

Michel Tardieu – Gigondas und Rasteau

Michel Tardieu, anerkannt einer der besten Weinmacher Frankreichs (hier mit dem einzigen Weingut als abfüllender Negociant), erhielt 2013 vom französischen Weinpapst Michel Betanne die Höchstbewertung von 5 Sternen. Diese Bewertung erhielten nur ganze drei Weingüter in Frankreich.