Rudolf Fürst

Frühburgunder Bürgstadter Berg Erste Lage 2018

Limitiert

seidig & aromatisch
fruchtbetont
94+
100
2
Frühburgunder 100%
5
rot
13,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2034
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94+/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Frühburgunder Bürgstadter Berg Erste Lage 2018

94+
/100

Lobenberg: Schon das Einschenken dieses Frühburgunders lässt Vorfreude aufkommen, ein transparentes, strahlendes Kirschrot im Glas. Und die Nase ist ein Traum - wahrscheinlich keiner sonst in Deutschland macht solch verführerischen Frühburgunder. Eine Sorte, die es in Zeiten des Klimawandels nicht mehr so einfach hat. Denn sie reift früh, wie der Name andeutet. Da die Lese sich ohnehin immer weiter nach vorne verschiebt in den letzten Jahren, ist es eine Herausforderung den passenden Lesezeitpunkt zu finden. Aber die erfahrene Hand der Familie Fürst schafft das sogar im heißen Blockbuster-Jahrgang 2018 ganz hervorragend. Ganz zarte Himbeernoten dominieren die bezaubernde Nase, darunter die imposante Frische aus roter Johannisbeere, leicht süße Anklänge in der strahlend roten Frucht. Wow, was für eine beinahe überwältigende Fruchtfülle, eine Charme-Offensive sondergleichen. Dazu diese einmalige Sandstein-Mineralität, auch ganz helle, feine Kreidenoten, ein Hauch Graphit, aber alles weniger dunkel als in den Spätburgundern aus Centgrafenberg und Hundsrück wirkend. Alles an diesem Frühburgunder ist etwas verspielter, femininer, tänzelnder. Er zeigt nicht diese enorme Tiefe der Spätburgunder, dafür aber eine fruchtopulente Reichhaltigkeit und einen rotfruchtigen Charme, dass es die reinste Freude ist. Der Mund setzt genau da an, wo es diese freudestrahlende Nase versprochen hat. Vibrierende rote Beeren- und Kirschfrucht, zart, feingliedrig und dennoch ein immenser Fruchtschub. Saftig-rotfruchtige Säure mit brillantem Spiel, Himbeere, Walderdbeere, süße Kirsche, Veilchen satt, alles tanzt, unendlich verspielt. Das Tannin ist ultrafein, wie ein zarter Schleier. Ein Wein für die Freude, zutiefst hedonistisch und zugleich so fein. Wir bleiben bei der Klarheit und Präzision der Fürst’schen Handschrift, aber diese grandiose Fruchtopulenz des Jahres 2018 gibt dem ohnehin fruchtstarken Frühburgunder nochmal eine höhere Dimension der Trinkfreude. Wie ein saftiger Beaujolais aus Bürgstadt. Nein, das ist kein ganz großer Wein wie die Spätburgunder, dafür hat er nicht genug Struktur und Tiefe. Aber wenn man diesen traumhaften Himbeersaft auf der Zunge hat, was sollte man da noch mehr wollen?! Ein Hochgenuss für jede Gelegenheit, einfach nur schön. 94+/100

Mein Winzer

Rudolf Fürst

Franken ist Frankreich nicht nur phonetisch ganz nahe. Wer behauptet, dass exzellenter Pinot Noir, also Spätburgunder nur aus dem in Frankreich gelegenen Burgund stammt, hat mindestens die letzte Dekade verschlafen.

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