Branco de Indigenas 2020

Fitapreta Branco de Indigenas 2020

Zum Winzer

94–95
100
2
Arinto 80%, Verdelho 20%
5
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2038
Verpackt in: 6er
9
exotisch & aromatisch
unkonventionell
mineralisch
fruchtbetont
3
Lobenberg: 94–95/100
6
Portugal, Alentejo
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Branco de Indigenas 2020

94–95
/100

Lobenberg: Aus autochthonen Rebsorten, 80% Arinto und 20% Verdelho. Ohne Temperaturkontrolle spontan in Barriques vergoren. Schon die Nase ist genial gut, offen, frisch und kristallklar, Zitrusfrüchte, Limette, reife Zitrone, Grapefruit treffen auf cremige Elemente mit Birne, weißem Pfirsich und feinster Hefewürze. Unglaublich frisch, würzig und saftig, wirklich eine bezaubernde Nase irgendwo zwischen nicht-oxidativem Jura und dem Mâconnais. Der Gaumen knüpft nahtlos an die rassige Nase an, schönes Volumen mit weißer und gelber Frucht und von der Hefe geprägter Cremigkeit. Nie zu viel, sondern ausgewogen, fein und elegant bleibend. Der schöne Schmelz mit weißem Pfirsich und gelber Birne wird wie bei einem guten Burgunder von rassiger Zitrusfrucht durchkreuzt und ist grandios austariert zwischen sattem Körper und geradliniger Frische. Einerseits saftig, frisch und straight von geschliffener Säure getragen, andererseits auch voluminös und hedonistisch auf dem Hefe-geprägten Schmelz laufend. Eine fantastische Balance, die man außerhalb des Burgunds in dieser Art nur selten findet. Hat die Rasse eines Monthelie oder Saint Aubin und die Fruchtfülle eines top Mâcon-Village. Ein handwerklicher, eleganter und feiner Wein mit viel Soul und Charakter – genial. Das kann in jeder Blindprobe als klasse Burgunder durchgehen. 94-95/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Fitapreta

Antonio Macanita ist ein noch nicht einmal 40 Jahre altes, vinophiles Multitalent, und er ist auf dem besten Wege der renommierteste Winemaker Portugals zu werden.