Branco da Talha Signature Series 2020

Fitapreta Branco da Talha 2020

Zum Winzer

94+
100
2
Roupeiro 70%, Antao Vaz 30%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2035
Verpackt in: 6er
9
unkonventionell
mineralisch
exotisch & aromatisch
3
Lobenberg: 94+/100
6
Portugal, Alentejo
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Branco da Talha Signature Series 2020

94+
/100

Lobenberg: Der Branco da Talha gehört zu der Signature Serie von Antonio Mancanita. Das sind speziell konzipierte Weine, mit denen Antonio und sein Team revolutionäre Veränderungen angehen und ganz neue Wege ausprobieren, was manchmal auch bedeutet, einfach radikal in die Vergangenheit zurückzukehren und fast ausgestorbene Sorten wiederzubeleben. Der Name Branco da Talha bedeutet 'Weißwein aus der Amphore'. Der Wein ist eine Cuvee aus den Rebsorten Roupeiro (70%) und Atao Vaz (30%). Das ist eine altertümlich traditionelle Alentejo-Weißweinmischung, zusammen mit dem Amphorenausbau eine Hommage an die alte Tradition der Weinherstellung in diesem Teil Portugals. Handsortiert, um die besten Früchte der Ernte auszuwählen, wird Fitapreta Branco da Talha spontan mit einheimischen Hefen in einer großen Tonamphore vergoren. Die Trauben werden nicht entrappt, es findet eine Ganztraubenpressung und zum Teil eine Ganztraubenvergärung statt. Nach 28 Tagen wird der Wein in Edelstahltanks umgefüllt, wo er bis zur Abfüllung verbleibt. Das Ergebnis ist ein einzigartiger, traditioneller Ausdruck der Reben und des Terroirs des Alentejo im Süden Portugals. Im Glas ein intensives, dunkles Gelb mit deutlichen goldenen Reflexen. In der Nase kraftvolle Erd-, Mineral- und Honignoten, verbunden mit konzentrierten Aromen von grünem Apfel, Zitrone und unreifer Mango. Am Gaumen breit und gewichtig, dabei jedoch immer elegant und sehr schick. Erdige, steinige und deutlich mineralische Noten, mit einem Chablis ähnlichen Obstgarten und Steinobst im mittleren Gaumen. Am Ende zeigt sich noch etwas Schiefer. Unendlich spannend und interessant. Ein tolles Spiel aus Finesse und Gewicht. Man möchte auf jeden Fall mehr davon. 94+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Fitapreta

Antonio Macanita ist ein noch nicht einmal 40 Jahre altes, vinophiles Multitalent, und er ist auf dem besten Wege der renommierteste Winemaker Portugals zu werden.