Die Nase ist sehr aromatisch, reich und dicht, aber überhaupt nicht fett, sondern im Gegenteil sehr schlank. Eher wie der Cornas Les Eygats mit diesen Veilchen und schwarzen Kirschen. Dahinter Sauerkirsche, Orangenzesten und generell viel rote Frucht. Sehr schick, zart und mit feiner Süße. Der Mund unterstreicht diese enorme Zartheit und Feinheit, aber anders als Les Eygats aus dem Cornas-Berg, haben wir hier eine Süße dazu, die ihresgleichen sucht. Wie aromatisch ist das?! Grandios! Wow, Begeisterungsstürme – wir probieren den Wein zu Dritt und wir sind alle hin und weg… So zart verwoben, Veilchen und Schwarzkirsche, unendlich lang. Ganz feine Eukalyptus und Minze kommen dazu. Der Wein hört gar nicht mehr auf und trotzdem ist er das Gegenteil eines fetten Blockbusters. 2021 ist ganz anders als die Jahre davor. Eine Köstlichkeit! Er kommt zwar an den L’Ermite von Chapoutier nicht ganz heran, aber er liegt ganz klar vor dessen Le Méal. Ganz anders im Stil als der sattere, fettere Pavillon von Chapoutier. Ein grandioser Wein! Wahrscheinlich würde ich persönlich diesen hedonistischen, burgundischen Wein im Stile eines Richebourg allen anderen Hermitage 2021 vorziehen. Was für eine wunderschöne Rolle rückwärts in vergangene Jahre, mit dieser wahnsinnigen Finesse und Frische. Das ist perfekt, wenn man feine, aromatische, duftige und tänzelnde Weine mag. Großes Glas, nur schnuffeln reicht. Ein extrem schicker, zarter Wein. Konzentrierte Finesse! 97/100 *** Le Méal ist eine der berühmtesten Lagen im Hermitage überhaupt. Das gilt für Chapoutier und Ferraton, aber auch für Michel Tardieu, der den größten Teil seines Hermitage aus dem Le Méal holt. Le Méal liegt in der Mitte des Hermitage-Bergs in Südexposition. Der Untergrund ist alluvial, das ist quarziger Kalksand. Flusssedimente, die teilweise auch in Crozes-Hermitage auftreten. Hier allerdings nicht mit viel grobem Stein, sondern eher feiner. Die Lage von Ferratons Le Méal zieht sich komplett rechts von Jaboulet Ainé, in der Nähe der obersten Spitze des Ermitage-Hügels, neben Les Bessards, den Chapoutier Le Pavillon nennt, bis ganz nach unten. Die untere Hälfte wird für den Ermitage Les Dionnières genommen, die obere entsprechend für diesen Wein hier. Aus beiden Teilen werden die jüngeren Reben für den Hermitage Miaux verwendet. Le Méal und Les Dionnières sind also das Beste von Besten. Von beiden Weinen gibt es etwas über 2.000 Flaschen. Le Méal zu Dionnières ist ungefähr das gleiche wie im Cornas-Berg Les Eygats zum Patou. 100 % Syrah oder Serine, wie die uralte kleinbeerige Form der Syrah hier genannt wird. Biodynamische Bewirtschaftung. Die Trauben werden vor der Gärung komplett entrappt. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Der Ausbau dann im neuen und gebrauchten Barrique und im Tonneau.