Lobenberg: Im Jahr 2004 kaufte die legendärste Weißwein-Domaine des Burgunds, Leflaive in Puligny-Montrachet, rund 10 Hektar bester Weinberge in und um Mâcon-Verzé. Mittlerweile ist die Domaine auf 25 Hektar angewachsen, weil Leflaive sich im Mâconnais richtig wohl fühlt. Natürlich biodynamischer Weinbau wie üblich und auch der Ausbau ist im Grunde identisch, nur dass die Mâcon-Weine in größeren Fässern, also Demi-muids anstatt Barriques, ausgebaut werden. Ich schätze die Mâconnais-Weine von Leflaive sehr, sie sind teuer, aber immer ein guter Deal. Die Qualität ist heute konstant superb. Leflaive gewinnt deren Pouilly-Fuissé von zwei Hektar auf kargem Felsboden am ikonischen Roche de Solutré. Diese Appellation bringt unbestritten die alterungswürdigsten und kraftvollsten Mâconnais-Weine hervor. Seit dem 2017er Jahrgang hat Leflaive seine Kein-Holz-Strategie im Mâconnais etwas geändert. Die Mâcon-Weine bekommen etwas gebrauchtes Holz und der Pouilly-Fuissé sogar etwas Neuholz. Die Nase ist tief und druckvoll, mit feinem Nussaroma und sattem gelben Steinobst mit leichter Exotik. Etwas oxidativ im typischen Leflaive-Stil. Der Geschäftsführer von Leflaive, Brice de La Morandière, legen heute viel mehr Wert auf die Mâconnais-Abfüllungen der Domaine und die Chardonnays aus Pouilly-Fuissé werden ähnlich ausgebaut wie die Weine von der Côte d'Or. Tolle Struktur, Steinobst mit Zitrusfrische, Kalkstein, Salz, wow, so viel Druck. Viel Trinkfreude im Glas.