Carmenere Alto de Piedras D.O. Maipo Valley 2020

De Martino Carmenere Alto de Piedras 2020

Zum Winzer

94–95
100
2
Carmenere 100%
5
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2040
Verpackt in: 6er
9
seidig & aromatisch
fruchtbetont
pikant & würzig
3
Lobenberg: 94–95/100
Tim Atkin: 94/100
Galloni: 92/100
Suckling: 92/100
6
Chile, Maule Valley
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Carmenere Alto de Piedras D.O. Maipo Valley 2020

94–95
/100

Lobenberg: Der Wein wächst in eigenen Weinbergen in Isla de Maipo im Maipo Valley. Das Klima hier ist mild und warm, eher mediterran, im Gegensatz etwa zum kühleren Itata Valley. Der Wein stammt aus einer Einzellage von 5.5 Hektar auf Terrassen mit Schwemmlandböden, die vom Fluss Maipo geformt wurden. Eine Mischung aus Sand, Ton und Kies. In exakt diesem Weinberg wurde der allererste Carmenere Chiles angebaut, es ist eine Lage mit historischer Bedeutung. Und auch heute noch steht hier Carmenere. Die Nase ist reich, dicht und warm, mit mediterranem Charakter. Schwarzkirsche, Maulbeere, viel Lakritze und Marzipan, auch Vanille. Schon im profunden Duft mit verführerischer Süße. Auch eine Spur Graphit unterlegt das Ganze, aber die süße Frucht dominiert. Der Mund ist extrem schick, so delikat, ja hedonistisch lecker. Wunderbar süße rote Kirsche, Himbeere, deutlich Cassis mitsamt Grün, feine Lakritze, Veilchen und Pfeffer. Einnehmend süß und fein zwar, aber gar nicht üppig oder fett. Es bleibt gewissermaßen sogar kühl und präzise, schön definiert. Aber diese delikate Frucht ist schon famos, erinnert ein bisschen an einen sehr präzisen Châteauneuf. Milde Gewürze, eine pikant-würzige Cassis-Note und etwas Graphitmineralität tauchen immer wieder als Begleitwerk auf und schieben nach. Extrem feinkörniges, samtiges Tannin, alles ist reif und geschmeidig. Langer, lebhafter Abgang, der mit dieser üppig-feinen Frucht und süßen Gewürzen alles einnimmt und belegt. Total reif, aber gar nicht fett, ein Hochgenuss! 94-95/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

94
/100

Tim Atkin über: Carmenere Alto de Piedras D.O. Maipo Valley

-- Tim Atkin: Alto de Piedras hails from a single block on deep gravel soils in Isla de Maipo and is correspondingly dense and grippy. Picked early for acidity (and because of COVID), this is perfumed, polished and detailed, with lovely weight, violet and black cherry fruit and a leafy undertone. 2023-30. 94/100

92
/100

Galloni über: Carmenere Alto de Piedras D.O. Maipo Valley

-- Galloni: The 2020 Carménère Single Vineyard Alto de Piedras also has a dash of Cabernet Franc. Macerated with skins for 60 days, it is aged for 5 months in French barrels before spending 14 more months in foudres. Intense purple in hue. The nose features ash, hints of pyrazine and a little fresh blackberry. In the mouth, it’s juicy with a mild palate, voluminous structure and firm, polished tannins. An intentionally reductive red. 92/100

92
/100

Suckling über: Carmenere Alto de Piedras D.O. Maipo Valley

-- Suckling: Bramble fruit, flowers, thyme and Mediterranean spices on the nose. This medium-to full-bodied red shows lots of creamy and juicy tannins and a bright finish. Drink or hold. 92/100

Mein Winzer

De Martino

1934 wurde De Martino gegründet. Der Anspruch war klar: Chiles Weinbau neu erfinden und damit nachhaltig und mit klarem Profil gegenüber der Außenwelt zu stärken. Das ist formidabel gelungen. Im 400 km nördlich von Santiago gelegenen Limari-Tal erzeugt man hier sehr elegant und für Chiles Weinbau...